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Merkblatt-
Beilage 60:
Zusammengestellt für das
XXVI. Sommerseminar
«Regina della sera»: EA
Horcht die Erde?
Gedankenbilder nach Jürg Reinhard
Dr. med. und Dipl. phys. ETH Jürg Reinhard ist ein Berner Oberländer Bergführer und hat lange als Arzt praktiziert, bevor er begann, seine Erkenntnisse in Seminaren und Vorträgen weiterzugeben. Dank der Anthroposophie gelingt es ihm, seine vielfältigen Erfahrungen im geistigen Zusammenhang einzuordnen. Einige seiner ausgreifend persönlichen Gedankenbilder werden hier von unserem Referenten in stark verdichteter Form nacherzählt sowie ergänzt und damit in den Kontext der WfGW gestelllt.
1 Lieber Stein (Nachdichtung)

Lieber Stein,
zeig mir den Weg über die Freiheit zur Liebe,
so wie du mir als Steinmann den Weg zum Berge zeigst.
Du kommst von oben,
von dort, wo Innerstes mich hindrängt -
Wegweiser bist du mir,
ein Weiser am Weg.

Dich und die deinen hab' ich lieb,
will ich euch in meinem Haus versammeln
im Bedürfnis, euch zu sehen und zu spüren,
um am Gestein mein Ich geruhsam zu beleben.

Gesteine, Gebirge, Knochen der Welt,
ihr seid in mir, aus euch bin ich geboren,
seid meine Mutter - materia mea.

Benennen will ich euch,
ihr meine Mütter, durch all meine Inkarnationen hin
komm' immer wieder ich zu euch zurück.
Granit und Kalk und Dolomit, Kristall und Serpentin!
Nichts hält mich ab,
an dir, Granit, die Freiheit zu erleben,
an dir, du Kalk, reichhaltige Entfaltung,
an dir, o Dolomit, Ermüdung und Beruhigung,
um Edelsteinen mit erstarkter Seele zu begegnen,
berüht zu werden von der Tugend,
vom Stern im Stein.

S.10
Lebendige Quellen
2a Wärme-, Luft- und Wasserquellen erschliessen die vier Elemente. Tiere belüften, Pflanzen befeuchten und Steine ergeben sich den Wärmeschwankungen. Im Versteinern neigt alles Leben zu Sand, der wiederum Lebenskeime bergen kann.
2b Der Mensch wiederum ist eine Salzquelle. Sein Lungenpaar kann als Salzaschequelle betrachtet werden, seine Leber als Säftequelle, sein Nierenpaar als Luftstickstoffquelle und sein Herz als Wärmequelle. Ohne innere Regsamkeit wäre er kalt.
2c Aus warmem Erdinnern wuchern Basalte und Plutonite hervor, bildet sich Urgestein. Aus lebendiger Erdsülze trennen sich Wasser und Gestein auf dem Meeresgrund. Ständig zittert die Erdhaut, hebt sich bis zu 40 cm, atmet langsam aus und ein.
2d Kohlenstoffquelle sind Pflanze, Tier und Mensch aus der Sonnenwärme. Als Ende der Erdenlichtwerdung schafft der Kohlenstoff Struktur. Aus Weiss, der Quelle aller Farben, wird in reichem Spiele immer wieder Schwarz und umgekehrt.[a]
2e Und es wesen im Warmen die Archai,
wirbeln im Luftigen die Erzengel,
wogen im Wässrigen die Engel.[b]
Bis in feste Schwere aber inkarniert sich der Mensch.
S.19f
Erdorganisches Geschehen
3a Riffe mit ihren Korallen, Muscheln und Schwämmen spülen und trennen wie Kiemen:
Lungengeschehen, indem Luft und Wasser verwirbelt werden.
3b Mit ihrer Eigendrehung erwirbt sich die Erde den Tag-Nacht-Wechsel:[c]
Herzgeschehen, indem zwei polare Gesten verbunden werden.
3c Das Wasser zirkuliert rhythmisch auf und in der Erde sowie um sie herum:
Blutgeschehen, indem Oberflächen- und Tiefenströme einander bedingen.
3d Magma erstirbt beim eruptiven oder steten Austreten in vulkanischen Rhythmen:
Milzgeschehen, indem zu Basalten erstarrt, was im Erdinnern lebendig war.
3e Ähnlich dem Kupfer färbt Eisen Gestein grün oder rostend rot:
Leber-Gallengeschehen, indem fluide Mineralien eingedickt werden.
3f Vom Salzwasser geschützt bauen die Meeresbecken alles Organische langfristig ab:
Verdauungsgeschehen, indem die Stoffe gemischt und vermengt werden.
3g In Erdgasbildung und Verkohlung baut die Erde einst Lebendiges ab:
Nierengeschehen, indem Belebtes in Unbelebtes überführt wird.
3h Mit dem Mond hat die Erde den männlichen Teil ihrer Fruchtbarkeit hinausgesetzt:
Zeugungsgeschehen, indem von aussen hereingewirkt wird.
3i Vielfältig geschichtet und durchwachsen wird die Erde umhüllt:
Häutungsgeschehen, indem auf- und wieder abgebaut wird.
3k Brunnen und Wasserflächen öffnen gleich flüssigen Kristallen Erdinnenlicht nach aussen:
Augengeschehen, indem das Himmlische gespiegelt (reflektiert) wird.
3l Höhlen und Wälder [d] nehmen im Lauschen kristallklar das Klingen auf:
Ohrengeschehen, indem auf die sphärennahen Klänge des Umfelds gehorcht wird.
3m Metalladern durchziehen die Erdkruste, Wurzelstränge (Rhizome) den Boden:
Nervengeschehen, indem alles Geschehen vernetzt wird.
S.31ff
Knochenbildung
4a Knochen [e] sind druck- und zugbeständige Organe, die speziell durchblutet werden, um ihnen dauerhafte Lebendigkeit zu erhalten.
Als Exoskelette schützen sie einen Organismus,
als Endoskelette stützen sie ihn.
4b Sie wachsen vorwiegend nachts, wenn nämich die Sonne bis Mitternacht abnehmend, danach zunehmend durch die Erde strahlt.
4c Im Knochenmark [f] werden
dem Leben nützende rote Blutkörperchen (Erythrozyten) und
das Leben schützende weisse Blutkörperchen (Leukozyten) sowie
das Leben stützende Blutplättchen (Thrombozyten) gebildet.
4d Gebirge zeigen den kontinentalen Knochenbau der Erde in seiner tetraedrischen Kreuzstruktur,[g]
exoknochig gegenüber ihrem Innenleben,
endoknochig gegenüber der Mondensphäre.
Ergänzung
Hautbildung
5a Haut [h] wächst von innen nach aussen. Lebendige Subcutis wird über die Dermis zu abschuppender Epidermis. Schichtweise trennt die Haut einen eigenständigen Lebensbereich von seiner Umwelt und verbindet ihn gleichzeitig mit ihr, ein Geschehen mit polaren Wirkungen von der Zelle bis zum gesamten Leib.
5b In die Haut eingebettet liegen Schmerz-, Tast- und Wärmerezeptoren sowie Blutgefässe, Fettzellen und Schweissdrüsen.
5c Plutonische Massen quellen und schieben metamorphosierte Minerale aus der Erdentiefe an den Luft- und Wasserbereich herauf. Granitische Oberhaut begegnet sedimentärer Unterhaut. Tonige Lederhaut vermittelt zwischen ihnen.
5d In die Erdkruste eingebettet liegen Höhlen, Metall- und Wasseradern sowie Wurzelnetze.
S.47
Substanz, Materie, Stoff
6a Substanz wird aus Instanz geschaffen, jeweils neu aus durchlebten Geistimpulsen. In Materie zur Masse eingezittert lässt sie Atome emergieren [i] und regt diese Erscheinung an, vorübergehend Stoff zu bilden, indem Atome sich zu Molekülen verbinden.[k]
6b Reine Substanzen werden von der ätherischen Forschung untersucht sowie anwendbar gemacht,
Atome von der physischen,
Stoffe von der chemischen.
6c Ein der Erde verbundenes ICh schafft ihr in einem fort Substanz. Im Auflösen eines aufgegebenen Stoffleibes (Asche, Pflanzenmasse, Kadaver oder Leichnam) nimmt sie den Nachklang der jeweiligen Wesensimpulse auf, um gewandelten Stoff zu bilden.
S.47
Wellen und Klänge
7a Wellen sind zeitliche Einzelschritte raumdimensionaler Wirbel.[l] Sowohl Makro- als auch Mikrostrukturen, von Kontinentalformationen bis zu Atomteilchen, lassen sich als Zusammenklang (Konsonanz) einander durchwellender Wirbel (Interferenzen) betrachten. Was wir im Beobachtungsaugenblick erkennen, den Berg oder das Elektron, wäre demnach eine sich fortwährend erneuernde Welle.[m]
7b Wellen entspringen Sphärentönen. Sie tragen die Erneuerungsimpulse des Klangäthers [n] in die physische Welt.
7c Himmelskörper sind ihrer Ätherik und Physis nach Wellenverdichtungen. Ihre Bahnen sind Ausdruck multipler Wechselwirkungen (Resonanzen). Im interstellaren Raum können seit September 2015 Schwerkraftwellen [o] gemessen werden.
7d Als der Sinnesempfindung zugängliche Phänomene sind Mineral, Pflanze und Tier, ja auch der physische Menschenkörper Gegenwartsbilder (Momentaufnahmen) ihrer jeweiligen überaus schnellen (hyperfrequenten) Wellenbewegung. Ihre scheinbare Beständigkeit muss als Illusion durchschaut werden.[p] Vergleichbares gilt auch für jede einzelne Inkarnation.
7e Werden Wellen langsamer als für ihr Erscheinen nötig (hypofrequent), dann beginnt Stoffliches sich aufzulösen: der Klang des Lebens schwindet.
S.50f
8
Gebhardsberghöhlen © 2019 by DMGG
Gebhardsberghöhlen im Michaeli-Abendlicht
 
9 Meditation [r] zur Erde

Horchst du, Mutter, und worauf?
Auf das Treiben deiner Kinder,
die winddurchrauschten,
die mit den vielen Eigentönen,
die aus sich heraus lautierenden?

Hörst besser nachts du oder tags,
abends oder morgens,
wenn das Gestirn dir sinkt oder sich hebt,
deine Haare dunkelt oder hellt,
den Eingang deiner Höhlen?

Hörst du auch zu,
wenn sie dir rauschen, tönen, lauten,
dem zu, was sie zu sagen haben,
da deine Kinder sie doch sind,
indem sie kommen,
leben,
gehn?

Johannes M. Klein
10 Metallmeditation [s]
Dank allmählichem Hochschwingen der Materie in die Stoffbeziehung hin zum
saturnischen Blei lässt Gotteslicht sich in jedwedem Wesensdunkel,
jupiterhaften Zinn lässt es sich im gerechten Zusammenspiel der Wesen,
marsischen Eisen lässt es sich als glühender Funken in der Tat,
sonnenhaften Gold lässt es sich als Freudestrahl im Begegnen,
venusischen Kupfer lässt es sich im reinen, schönen Innern,
merkuriellen Quecksilber lässt sich dessen Suche im Geistigen und
mondhaften Silber lässt es sich in Phantasie und Zufallendem
empfinden.
S.122
11 Kristallmeditation
Kristalle, von der Schneeflocke bis zum Bergkristall, können als Sinnesorgane der Erde aufgefasst werden, welche ihr die Beziehung zu den Planetenintelligenzen (PI [t]) ermöglichen. Ihr Wachstum geschieht klar und wahr nach den ihnen eigenen Gesetzen mit deren charakteristischen Kanten- und Winkelverhältnissen.[u]
Feste Substanz ist geballter Wille. Je selbstloser der Wille, desto reiner und lösbarer das Feste. Auf feine Kristalle gründet der Mensch seinen Willen zur Freiheit.
Silbrig offenbart sich im Kristallgeschehen der Zustand der menschlichen Moralität. Denn menschliches Denken und Tun wirkt tief in die Erde hinein und verwandelt sie damit im Kristallisierungsprozess. Zu stumpfem Kiesel oder zu durchgeistigtem Juwel? Uriel schaut, was da silbern aus den Tiefen des Irdischen ins Sonnengold aufsteigt.[v]
S.38f
12 Edelsteine und Monatstugenden [w]
Zirkon (geistig) und Karneol (irdisch): Gleichgewichten wird zu Fortschritt
Topas (geistig) und Chrysopras (irdisch): Ausdauern wird zu Treue
Topas (geistig) und Chalcedon (irdisch): Selbstlossein wird zu Katharsis
Beryll (geistig) und Jaspis (irdisch): Mitleiden wird zu Freiheit
Smaragd (geistig) und Chrysolith (irdisch): Höflichsein wird zu Herzenstakt
Aquamarin (geistig) und Karneol (irdisch): Zufriedensein wird zu Gelassenheit
Amethyst (geistig) und Onyx (irdisch): Geduldfassen wird zu Einsicht
Zirkon (geistig) und Smaragd (irdisch): Gedankenprüfen wird zu Wahrheitsempfinden
Chrysolith (geistig) und Calcedon (irdisch): Mutfassen wird zu Erlöserkraft
Rubin (geistig) und Saphir (irdisch): Sichzurückhalten wird zu Meditationskraft
Saphir (geistig) und Heliotrop (irdisch): Grossmütigsein wird zu Liebe
Amethyst (geistig) und Onyx (irdisch): Sichhingeben wird zu Opferkraft
S.128f
 
nach «Geosophie-Erdwesenskunde»
Anmerkungen
a] vgl. Mbl.22 --- zurück zur Textstelle
b] vgl. Mbl.10 --- zurück zur Textstelle
c] vgl. Mbl-B.48 --- zurück zur Textstelle
d] „[...] Ein Baum kann jedoch zugleich Organismus und Organ sein. Er ist Organismus, wenn er zum Beispiel allein auf einem Hügel thront, mit seinen Wurzeln, die ihn im Boden verankern. Lässt man diesen Baum jedoch sich frei entwickeln, wird er sehr schnell von anderen begleitet: Vögel bringen Samen, der Wind bringt ebenfalls welche, und andere Bäume wachsen neben ihm heran. Mit ihnen bildet er schließlich eine Gemeinschaft - und diese Gemeinschaft wird zu einem Wald [vgl. «E+E»: Abs.11}]. Dort wird der Baum zum Organ dieses Waldes.
Und man muss genauer sein: Nicht der einzelne Baum ist das Organ, sondern seine Art innerhalb dieses Ganzen. Die Eiche ist ein Organ des Eichenwaldes, der jedoch auch andere Baumarten umfasst - reine Waldbestände gibt es in der Natur so gut wie nie.
Das letzte Buch, an dem ich gerade schreibe, widmet sich dem, was ich die ‹Sylvosphäre› nenne. Es ist ein neues Konzept, das verständlich machen soll, wie der Wald eine Hülle, ein Inneres bildet. Der einzelne Baum - sofern er nicht über eine große, frei entfaltete Krone verfügt - besitzt kein eigentliches Inneres: Sein Stamm ist massiv, er besteht aus Holz. Der Wald hingegen ist ein Metaorganismus - ein Superorganismus oder Holobiont -, der aus Bäumen besteht, die sein Inneres durch das Baumkronendach und den Waldrand schützen. Das Innere des Waldes hat seine eigene Atmosphäre, seine eigene Hydrologie, seine eigene Bodenbildung, seine eigene elektrische Ladung der Luft und seinen eigenen Geruch im Lauf der Jahreszeiten. Und dieses Innere - vor allem seine Feuchtigkeit - muss geschützt werden.”
Ernst Zürcher in »das Goetheanum« 23·2026; S.14 --- zurück zur Textstelle
e] siehe Knochen (ossa) und Knöchelchen (ossicula) --- zurück zur Textstelle
f] siehe Knochenmark (Medulla ossium) --- zurück zur Textstelle
g] siehe H.-U.Schmutz zum Gebirgskreuz --- zurück zur Textstelle
h] Die Haut (cutis) wird als Hülle in ihrer Gesamtheit auch Körperdecke (integumentum) genannt. --- zurück zur Textstelle
i] siehe Emergenz --- zurück zur Textstelle
k] vgl. «E+E»: Anm.220 --- zurück zur Textstelle
l] vgl. »TzN Mai 2007«: Anhang --- zurück zur Textstelle
m] Dies wird in der Strömungslehre stehende Welle genannt. --- zurück zur Textstelle
n] siehe E.Marti zu Klangäther u. Wasser --- zurück zur Textstelle
o] Gravitationswellen sind durch beschleunigte Massen ausgelöste Wellen in der Raumzeit. --- zurück zur Textstelle
p] siehe Maja --- zurück zur Textstelle
r] siehe Mbl-B.33 --- zurück zur Textstelle
s] siehe Planetenmetalle --- zurück zur Textstelle
t] im Unterschied zur Humanen Intelligenz (HI), denn eine künstliche gibt es nicht (vgl. Mbl-B.47) --- zurück zur Textstelle
u] siehe Kristallmorphologie --- zurück zur Textstelle
v] siehe Johanni-Imagination --- zurück zur Textstelle
w] Chemismus der angeführten Edelsteine (vgl. »TzN Mär.2004«: Anhang)--- zurück zur Textstelle
Amethyst: SiO2 (violett)
Aquamarin: Al2Be3Si6O18 (blassblau)
Beryll: Al2Be2(Si6O18) (durchscheinend)
Chalcedon: SiO2 (grau)
Chrysopras: SiO2 (apfelgrün)
Heliotrop: SiO2 (grünlicher, rotgepunkteter Chalcedon)
Jaspis: SiO2 (braungelblich opak)
Karneol: SiO2 (rötlich durchscheinend)
Onyx: SiO2 (wellig gemustert)
Rubin: Al2O3 (blauer Korund)
Saphir: Al2O3 (roter Korund)
Smaragd: Al2Be2(Si6O18) (grüner Beryll)
Topas: Al2SiO4(F,OH)2 (durchsichtig)
Zirkon: ZrSiO4 (rot od. braun)
https://wfgw.diemorgengab.at/WfGWmblB60.htm