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Neudenken:
Gleichgewichten
1 [Ptahhotep:] „Als wir über den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen [a] gesprochen haben, hast du erfahren, daß alles, was eine materielle [b] Form annahm, nur darum wahrnehmbar und erkennbar ist, weil es aus der vollkommenen Einheit, aus dem Gleichgewicht herausgefallen ist. Aber alles strebt aus der Spaltung in die Einheit und in das Gleichgewicht ewiglich zurück. ,Gleichgewicht' bedeutet vollkommenen Ruhezustand, Bewegungslosigkeit.[c] ,Etwas-geworden-sein' - also die ganze sichtbare und erkennbare Schöpfung -[d] ist dagegen der Sturz aus dem Gleichgewicht und das ständige, unaufhörliche Streben in das Gleichgewicht zurück, gleichbedeutend mit ständiger Unruhe, mit ständiger Bewegung. Wenn diese ständige Bewegung nur einen Augenblick innehalten würde, würde die ganze Schöpfung plötzlich in geistige Energie umgewandelt, das heißt, als Materie vernichtet.[e] Alle Energien, alle Kräfte im Weltall, sind Bewegungen, die von einem Punkt - der ihr eigener Mittelpunkt ist -, in kreisförmigen Wellen ausstrahlend, sich ausdehnend, auslaufen und sich als pulsierende Vibration, Schwingungen, offenbaren.[f] Die Kraftoffenbarungen hören nur dann auf, wenn die aus dem Gleichgewicht geratenen Kräfte wieder in den Urzustand des Gleichgewichtes, in die göttliche Einheit, zurückgefunden haben. Der Urzustand bedeutet deshalb, daß jede materielle Erscheinung zu existieren aufhört. Die Materie ist in ihrem innersten Wesen auch Bewegung, und wenn diese Bewegung aufhört, hört auch die Materie auf zu sein. Solange die dreidimensionale, materielle [a] Welt existiert, ist Unruhe, Bewegung, ihr unveränderliches Gesetz.
Dadurch, daß die schöpferische Kraft [g] sich auf jeder Stufe der unzählbaren Möglichkeiten offenbart, entstehen, diesen Stufen entsprechend, auch unzählbar viele verschiedene Arten von Schwingungen, Wellenlängen und Wellenformen, Frequenzen, von denen wir aber, solange wir im Körper sind, mit unserer beschränkten Wahrnehmungsfähigkeit, mit Hilfe unserer Sinnesorgane, nur einen gewissen [h] Teil gewahren. [...]
S.248f
2 In der Ideenwelt der Geometrie ist die Form des gleichseitigen Dreiecks das symbolische Bild Gottes, in welchem der Erkenner [rufend], das Erkannte [antwortend] und die Erkenntnis [bezugnehmend] ein einziges ist: eins in drei und drei in eins.
Jede Form ist die Offenbarung der Kraft, die sie aufgebaut hat, folglich ist jede Form auch das Bild der sie aufbauenden und ihr innewohnenden schöpferischen Kraft. Das Göttliche in seinem in-sich-ruhenden Urzustand offenbart sich [i] immer in der Form des Dreiecks. Das Dreieck trägt in sich die vollkommene Harmonie und das vollkommene Gleichgewicht, da seine drei Eckpunkte in genau gleicher Entfernung voneinander liegen. Wenn dagegen der in-sich-ruhende Aspekt Gottes aus dem Zustand der Zeit- und Raumlosigkeit, aus der Dimensionslosigkeit in die drei Dimensionen eintritt und zum schöpferischen Aspekt Gottes wird, dann offenbart er sich immer in der Zahl vier. Solange die Zahlen eins und drei in der Gottheit eine Einheit bilden, bleiben drei in eins und eins in drei. Wenn sie aber aus dem göttlichen Einheitszustand heraustreten, trennen sie sich, und aus dem «eins in drei» wird «eins und drei», und das gibt vier. Das gleichseitige Dreieck offenbart die in ihm verborgen liegenden vier gleichseitigen Dreiecke.”
S.269f
Elisabeth Haich
aus «Einweihung»
Unsere Anmerkungen
a] vgl. Gen.2,9
b] eigentlich stoffliche (vgl. «E+E»: Anm.220)
c] Hier ist vom absoluten Gleichgewicht (vgl. Sternbild Waage) die Rede im Unterschied zum relativen, das sich zB. als momentaner Spannungsausgleich zwischen zwei Polen beschreiben lässt.
d] vgl. R.Steiner zur Werkwelt
e] wie das beim Zusammentreffen eines Materie- mit einem Antimaterieteilchen geschieht
f] vgl. Mbl.15
g] der göttliche Wille
h] einen je nach Organ spezifischen Teil (vgl. Mbl.17a)
i] in der Ebene