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Merkblatt-
Beilage 57:
Zusammengestellt für das
XXIII. Sommerseminar
«Regina della sera»: XXVII
Allwandler
Mond und Erde am 28.XI.2022 © 2022 by NASA
Mond und Erde am 28.XI.2022 aus 432210,3 km Entfernung
(NASA Artemis I)
Rudolf Steiner
1 Da trat ein Ereignis ein, welches der ganzen Entwickelung eine andere Wendung gab. Alles, was im festen Erdenstoffe zur bleibenden Verhärtung beitragen konnte, wurde ausgeschieden. Unser gegenwärtiger Mond [a] verließ damals die Erde.[b] Und was vorher unmittelbar in der Erde zur bleibenden Formbildung beigetragen hatte, das wirkte jetzt mittelbar in abgeschwächter Art vom Monde aus. Die höheren Wesen, von denen diese Formbildung abhängt, hatten beschlossen, ihre Wirkungen nicht mehr vom Innern der Erde, sondern von außen dieser zukommen zu lassen. Dadurch trat in den leiblichen Menschengebilden eine Verschiedenheit auf, welche man als den Anfang der Trennung in ein männliches und weibliches Geschlecht bezeichnen muß. Die feinstofflichen Menschengestalten, die vorher die Erde bewohnten, ließen durch das Zusammenwirken der beiden Kräfte in sich selber, des Keimes und der belebenden Kraft, die neue Menschenform, ihren Nachkömmling, hervorgehen. Jetzt bildeten sich diese Nachkömmlinge um. In der einen Gruppe solcher Nachkömmlinge wirkte mehr die Keimkraft des Geistig-Seelischen, in der anderen Gruppe mehr die belebende Keimkraft. Das wurde dadurch bewirkt, daß mit dem Herausgang des Mondes von der Erde das Erdenelement seine Gewalt abgeschwächt hatte. Das Aufeinanderwirken der beiden Kräfte wurde nunmehr zarter, als es war, da es in einem Leibe geschah. Demzufolge war auch der Nachkömmling zarter, feiner. Er betrat die Erde in einem feinen Zustande und gliederte sich erst allmählich die festeren Teile ein. Damit war für die auf die Erde zurückkehrende Menschenseele wieder die Möglichkeit der Vereinigung mit dem Leibe gegeben. Sie belebte ihn jetzt zwar nicht mehr von außen, denn diese Belebung geschah auf der Erde selbst. Aber sie vereinigte sich mit ihm und brachte ihn zum Wachsen. Diesem Wachstum war allerdings eine gewisse Grenze gesetzt. Durch die Mondenabtrennung war für eine Weile der Menschenleib biegsam geworden; aber je mehr er auf der Erde weiter wuchs, desto mehr nahmen die verfestigenden Kräfte überhand. Zuletzt konnte sich die Seele nur immer schwächer und schwächer an der Gliederung des Leibes beteiligen. Dieser verfiel, indem die Seele zu geistig-seelischen Daseinsweisen aufstieg.
aus «GA 13»; S.231f
2 Betrachtet man nun den Menschen, so muß man auf eine Tatsache aufmerksam machen, die tief bedeutsam ist. Als Embryo untersteht der Mensch dem Mondeneinfluß. Zehn Mondenmonate braucht der Menschenkeim zu seiner Entwickelung. Mondenkräfte sind es, die ihn beherrschen, solange er noch nicht als selbständiges Wesen auftritt. Die Pflanzenkräfte, die als schaffende wirken, zur Blüte und Frucht drängen, sind Sonnenkräfte. Der menschliche Körper ist abhängig vom Monde, soweit es die Form betrifft. Diese formgebenden Kräfte treten in einen gewissen Zusammenhang mit den Sonnenkräften. Sonne und Mond stellen sich dar als der zur menschlichen Entwickelung notwendige Gegensatz von Leben und Form. Wären nur die beharrenden Mondenkräfte wirksam, würde jede weitere Entwickelung ausgeschlossen werden und eine Art Verholzung eintreten, während die Sonnenkräfte allein zur Verbrennung geführt hätten. Das Licht, das vom Monde strahlt, ist nicht nur reflektiertes Sonnenlicht, sondern es sind Kräfte der Formenbildung. Das Licht von der Sonne ist nicht nur Licht, sondern Kraft zum Leben, zu überstürzendem Leben, so daß der Mensch schon alt wäre gleich nach seiner Geburt, wenn er ihm allein ausgesetzt wäre. Die menschliche Form ist das Ergebnis des Mondes, sein Leben das der Sonne.
Berlin, 26.Mär.1908 ♃ (in «GA 56»; S.259f)
3a [...] Da gibt es nun für den auf der heutigen modernen Höhe stehenden Geistesforscher wiederum zwei streng voneinander geschiedene Epochen: die eine - wiederum eine vierzehntägige - ist eine solche, in welcher er seine Beobachtungen machen kann, wo er sich besonders stark fühlt, wo sich von allen Seiten herandrängen die Ergebnisse der geistigen Welt; dann tritt die andere Periode ein, wo er durch jene Kräfte, die er während der eben charakterisierten Periode aufgenommen hat, nun besonders befähigt ist, diese Erleuchtungen der geistigen Welt, diese Inspirationen und Imaginationen [c] mit seinen Gedanken zu durchdringen, mit seinen Gedanken zu durcharbeiten, so daß sie eine strenge wissenschaftliche Form annehmen können. Gedankentechnik und Inspiration stehen nun wiederum in einem rhythmischen Verlauf. Da ist nun der Geistesforscher nicht auf die Registrierung der äußeren Tatsachen angewiesen; er sieht einfach, wie diese Perioden abwechselnd sich ihm ergeben wie Vollmond- und Neumondwechsel. Aber es ist wiederum dabei zu bemerken, daß nur ihr rhythmischer Verlauf sich vergleichen läßt mit dem Vollmond und dem Neumond; es fällt nicht etwa die inspirierende Periode mit dem Vollmond und die verarbeitende Periode mit dem Neumond zusammen, sondern nur der rhythmische Verlauf läßt sich vergleichen mit Vollmond, Neumond und den dazwischenliegenden Vierteln. Woher kommt das?
3b Wenn wir unsere Erde betrachten, so ist sie hervorgegangen durch Entwickelung aus einem früheren Zustand. Wie jeder Mensch in seinem Leben hervorgeht seelisch-geistig aus einer früheren Verkörperung, so ist unsere Erde für die Geisteswissenschaft hervorgegangen aus einer früheren planetarischen Verkörperung. Aber es haben sich innerhalb unserer Erde selbst Reste jener Tatsachen erhalten, welche sich in früheren Verhältnissen auf der früheren planetarischen Verkörperung unserer Erde abgespielt haben. Und diese Reste haben wir in dem zu suchen, was sich heute als Mondenumlauf um die Erde herum abspielt. Geisteswissenschaftlich rechnet man den Mond zur Erde. Was ist es uns geisteswissenschaftlich, was den Mond an der Erde hält und ihn umkreisen läßt? Die Erde ist es selber. Und wir stehen dadurch als Geisteswissenschafter mit der äußeren Wissenschaft in einem vollkommenen Einklang. Denn auch für die äußere Wissenschaft ist der Mond einmal von der Erde abgespalten worden, und er hat seine Umlaufskraft dadurch erhalten, daß er einmal physisch zur Erde zugehörig war. Daher stellt uns dasjenige, was Mondenumlauf ist, einfach einen früheren Zustand der Erde dar. So haben wir, indem wir zum Monde hinaufsehen, das Andenken an einen früheren Erdenzustand vor uns. Die Erde selbst ist es, welche sich in ihrem Trabanten diese früheren Zustände erhalten hat, weil sie ihn braucht, weil sie hineinleuchten lassen will in ihre jetzigen Verhältnisse einen früheren Zustand. Können wir auf der Erde Verhältnisse auffinden, deren Notwendigkeit uns dadurch klar wird?
3c Nehmen wir dazu den Menschen selber und betrachten wir ihn, wie er als Seele in seinem Leib lebt [d] und dem Gang der Sonne ausgesetzt ist. Da zeigt er sich uns so, daß wir sagen: Zwischen Geburt und Tod ist für das heutige normale Bewußtsein [Punktbewusstsein] dasjenige erschöpft, was heute der Sonne zugekehrt ist. - Versuchen Sie einmal, ob das, was heute das normale Bewußtsein während des Wachzustandes erlebt in der dreifachen Abhängigkeit von dem Heimatort, von dem Wechsel der Jahreszeiten und dem Wechsel der Tageszeiten, ob das sich nicht erschöpft in dem Leben zwischen Geburt und Tod? Der Mensch würde in seinem Bewußtsein nichts anderes haben können, nichts anderes würde hineinleuchten in sein Bewußtsein, wenn es nur diese Wirkung der Sonne auf die Erde gäbe und nur dieses Verhältnis zwischen Sonne und Erde. Was im Menschen nun hinüberspielt von Inkarnation zu Inkarnation, was in einem neuen Leben immer wieder erscheint, das muß gesucht werden in dem, was den äußeren Leib seelisch-geistig durchdringt, was auch im Schlafe als astralischer Leib um das Ich herum ist, und im Ich selber. Was im Schlafe als astralischer Leib und Ich aus dem physischen Leib und Ätherleib herausgeht, das geht auch im Tode aus dem physischen Leib heraus, und das erscheint bei einer neuen Verkörperung auf eine neue Weise wiederum im Menschen, Dies hat in sich einen Rhythmus, der uns nun hinweist auf einen ähnlichen Verlauf, wie ihn der Mond hat. Wenn wir die menschliche Entwickelung betrachten, so sagen wir uns: Was der Mensch heute erlebt auf der Erde, was gerade sein Ich ausarbeitet als Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele, das ist erst auf der Erde entwickelt worden; das entwickelt sich nur unter den Verhältnissen, unter denen die Erde zur Sonne steht. Zum Mond aber steht die Erde in einem Verhältnis, das sie früher gehabt hat, das sie behalten hat aus früheren Zuständen ihrer eigenen Entwickelung. Und so weist uns die Erde in ihrem Verhältnis zu dem, was sie als Mond mit sich schleppt, auf frühere Zustände hin. Der Mensch aber weist uns durch seinen heutigen Zustand, durch Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele auf jene Zeiten zurück, in welchen die Träger dieser Seelenglieder, der physische Leib, Ätherleib und astralische Leib, vorbereitet worden sind. Und wie heute noch immer die Sonnenwirkungen arbeiten müssen, damit diese drei Träger der Seele in entsprechender Weise ausgearbeitet werden können, so mußten die Mondenkräfte einstmals an dem Menschen arbeiten, damit diese Träger vorbereitet werden konnten. Wie heute die Mondenkräfte sich in ihrem Verlaufe rhythmisch geordnet zeigen, und wie der innere Mensch rhythmisch geordnet ist, so waren die Mondenkräfte einst zusammenstimmend mit dem Menschen selber und bereiteten das vor, was der Mensch heute ist - so wie die Erde als Mondzustand dasjenige vorbereitete, was sie heute als Erde ist. - So können wir sagen, daß die niedere Natur des Menschen, auf der sich aufbaut die Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele, uns zurückweist auf alte Erdenzustände, welche sich die Erde bewahrt hat in dem, was sich uns als Mondenumlauf heute noch zeigt. Und wir sehen, wie also des Menschen Inneres, indem es von Verkörperung zu Verkörperung geht, einen Rhythmus haben muß, der dem Mondenrhythmus entspricht. So war auf früheren Stufen der Erdenentwickelung nicht das, was das vorübergehende Leibliche ist, sondern dasjenige, was von innen heraus an dieser Leiblichkeit arbeitet, mit dem Monde verknüpft, wie heute das äußere Leibliche mit der Sonne verknüpft ist. Die Erde hat in dem Mond etwas zurückbehalten von ihrem früheren Zustande. Und der Mensch hat in seinem Inneren, in seinem Ewigen auch etwas zurückbehalten von früheren Zuständen. Und gerade in diesem Inneren entwickelt er das Höhere, das früher äußerlicher Einfluß war, wiederum in einer innerlich selbständigen Weise.
Berlin, 9.Dez.1909 ♃ (in «GA 58»; S.320ff)
4a Nun fragt es sich: Können wir auch den andern Gegensatz, der auf der Erde sich findet, und auf den wir eingangs hingedeutet haben, den Gegensatz von männlich und weiblich,[e] können wir den im Kosmos wiederfinden? Ist vielleicht gar irgend etwas im Kosmos - ich meine mit Kosmos unser Sonnensystem - so eingerichtet, daß sich von dieser kosmischen Einrichtung wie eine Art Wirkung, wie eine Art Spiegelbild auf der Erde ergibt der Gegensatz zwischen Mann und Frau? Ja, es ist etwas so eingerichtet. Der höhere Gegensatz, das ist der, den wir bezeichnen können als den Gegensatz des Kometarischen und des Lunarischen, des Kometen und des Mondes. Dieser Gegensatz von Komet und Mond, in ähnlicher Weise betrachtet wie der Gegensatz von Sonne und Erde, gilt für den Gegensatz von Weiblichem und Männlichem. So daß wir sagen können: Wie sich in Kopf und Gliedmaßen spiegelt die Polarität Sonne-Erde, so spiegelt sich im Weiblichen und Männlichen die Polarität, der Gegensatz Komet-Mond.
S.97f
4b [...] Der weibliche Leib, so wie er sich heute darstellt, ist auf einer geistigeren Stufe zurückgeblieben; er ist nicht so tief in das Materielle hinuntergestiegen in seiner Form, als die Durchschnittsentwickelungsstufe ist. Alles entwickelt sich vom Geistigen bis zum Leiblichen herunter. Der weibliche Leib ist auf einer früheren Entwickelungsstufe zurückgeblieben und ist nicht bis zum mittleren Entwickelungspunkt vorgedrungen. Der männliche Leib aber ist, abgesehen von Kopf und Gliedmaßen, hinausgedrungen über den mittleren Entwickelungspunkt. Er hat diesen Punkt überschritten, übersprungen. Er ist also als männlicher Leib deshalb verlogen, weil er materieller ist als sein geistiges Urbild, weil er tiefer in das Materielle heruntergestiegen ist, als es der durchschnittlichen Entwickelungsstufe entspricht. So haben wir im weiblichen Leib etwas, was sozusagen hinter der normalen Entwickelung zurückgeblieben ist, und im männlichen Leib etwas, was tiefer in das Materielle hineingestiegen ist, als entsprechend Kopf und Gliedmaßen beim Vollmenschen.
4c Dieser selbe Gegensatz findet sich nun auch im Kosmos, in unserem Sonnenkosmos. Und zwar so, daß dann, wenn wir unsere Erde und die Sonne als Normalentwickelungsstufe ansehen, der Komet nicht vorgedrungen ist bis zu dieser Normalentwickelungsstufe: Er entspricht im Kosmos dem, was im Menschen das Weibliche ist. So daß wir das kometarische Dasein anzusehen haben als das Urbild des weiblichen Organismus im Kosmos draußen. Und das lunarische Dasein, das ist das Gegenbild zum männlichen Dasein. Das können Sie sich ja leicht aus den bisherigen Auseinandersetzungen klarmachen. Wir haben hervorgehoben, daß der Mond ein Stück Erde ist, das abgesondert werden mußte. Wäre er in der Erde geblieben, so hätte die Erde nicht fortschreiten können in ihrer Entwickelung. Der Mond mußte gerade wegen seiner Dichtigkeit abgesondert werden. Also es ist der Gegensatz des Kometen und des Mondes draußen das Urbild des Weiblichen und des Männlichen im Menschlichen.
S.99f
Stuttgart, 5.Mär.1910 ♄ (in «GA 118»)
5a Nun aber müssen wir ein wenig die geistigen Begleitzustände ins Auge fassen. Wir haben jetzt mehr das, was nachher physisch wurde, betrachtet. Wir müssen uns immer klarer darüber werden, daß allem Gröberen ein Feineres, allem, was nach dem Physischen strebt, ein Geistiges zugrunde liegt. Mit der Sonne sind im wesentlichen die Elohim [אלהים] von der Erde hinausgegangen, um ihren Schauplatz nach außen zu verlegen, um aus dem Umkreise her zu wirken. Aber nicht alle. Es blieb sozusagen etwas von den Elohim mit der Erde vereinigt, auch als die Erde die Mondenkräfte noch in ihrem Leibe hatte. Und das, was damals von den geistigen Elohimkräften mit der Erde vereint blieb, ist das, was in einer gewissen Weise verbunden ist mit allen guten Wirkungen der Mondenkräfte. Denn wir müssen ja auch von guten Wirkungen der Mondenkräfte sprechen. Nach der Sonnentrennung wäre alles, namentlich der Mensch, auf der Erde in die Mumifizierung, in die Verhärtung, in die Verholzung hineingetrieben. Der Mensch wäre erstorben für die Erde. Die Erde wäre öde geworden, wenn sie die Mondenkräfte in ihrem Leibe behalten hätte. Innerhalb der Erde wären diese Mondenkräfte nicht segensreich geworden. Warum mußten sie dennoch eine Zeitlang bei der Erde bleiben? Aus dem Grunde, weil die Menschheit sozusagen alle Erdenzustände überdauern mußte, weil tatsächlich die Menschheit in ihren tüchtigsten Vertretern durchgehen mußte durch diese Mondenverdichtung. Dann aber, als der Mond sich von der Erde getrennt hatte, da waren die Kräfte, die sonst den Erdentod für die Menschen herbeigeführt hätten, segensreich. Nach dem Hinausgehen der Mondenkräfte erfrischte sich wiederum alles, so daß auch die schwächeren Seelen herunterkommen, sich inkorporisieren konnten in Menschenleibern. So wurde der Mond der Wohltäter der Erde, indem er ihr Nachbar wurde. Was er niemals in der Erde selber hätte sein können, das wurde er als ihr Nachbar. Jene Wesenheiten, welche diese ganze Reihe von Vorgängen dirigierten, das sind die großen Wohltäter des Menschen. Welche Wesenheiten waren das? Nun, diejenigen, die mit dem Monde eben verbunden waren, die dann den Mond gleichsam herausgerissen haben aus der Erde, um den Menschen weiterzuführen innerhalb der Erdenentwickelung. Wir erkennen ja aus dem Berichte der Genesis, daß die Elohim die großen, dirigierenden Kräfte waren. Und was von diesen Elohimkräften jene große gewaltige Tatsache des Mondherausganges bewirkt und dadurch erst das eigentliche Wesen des Menschen herbeigeführt hat, das war nichts anderes, als was auch bewirkt hatte das kosmische Avancement der Elohim zu Jahve-Elohim [יהוה אלהים], was hinaufgeführt hat das Wesen der Elohim zu Jahve-Elohim. Das blieb mit dem Monde vereint, das hat dann auch den Mond herausgeführt aus unserer Erde. Daher dürfen wir sagen: Mit dem, was wir als Mondleib innerhalb unserer Schöpfung finden, ist innig verbunden das, was wir als Jahve-Elohim bezeichnen.
5b Nun vergegenwärtigen wir uns einmal genauer, was für den Menschen in seinem Erdenwerden eigentlich diese Verhältnisse bedeuten. Wenn der Mensch mit einer Erde verbunden geblieben wäre, die die Sonne in sich enthalten hätte, dann wäre er ein Wesen geworden, das eigentlich ein Nichts wäre. Er wäre einfach verbunden geblieben mit der Wesenhaftigkeit der Elohim, er hätte sich nicht abschnüren können zu einer Selbständigkeit. Da aber die Elohim sich mit ihrer Sonne getrennt hatten von der Erde, da konnte der Mensch mit der Erde verbunden bleiben und sein seelisch- geistiges Leben fristen. Wäre es aber dabei geblieben, dann wäre der Mensch in sich verhärtet, er hätte den Tod gefunden. Wozu mußte der Mensch in einen Zustand kommen, der auch nur die Möglichkeit des Todes bildet? Damit er frei werden konnte, damit er sich abschnüren konnte von den Elohim, damit er ein selbständiges Wesen werden konnte. In dem Mondenteil hat der Mensch etwas in sich, was eigentlich dieses Absterben herbeiführt, und er hätte sozusagen von der Dosis zuviel bekommen, wenn der Mond sich nicht von der Erde getrennt hätte. Aber dennoch erkennen Sie daraus, daß dieses Mondenhafte es ist, das als kosmische Substantialität innig zusammenhängt mit der menschlichen Selbständigkeit.
München, 25.Aug.1910 ♃ (in «GA 122»; S.169ff)
6 Das Kamaloka selbst verläuft ja, wenn man es inhaltlich schildert, so wie ich es in meiner «Theosophie» geschildert habe;[f] aber man kann es noch anders charakterisieren. Ist der Mensch durch die Pforte des Todes geschritten, wo fühlt er sich dann? kann man fragen. Und man kann diese Frage beantworten: Wo ist denn der Mensch während seiner Kamalokazek? Man kann sogar in Worten, die physisch zu fassen sind, den Raum ausdrücken, wo der Mensch ist während des Kamaloka-Lebens. Wenn Sie sich denken den Raum zwischen der Erde und dem Monde, den Menschen losgelöst von der Erde, aber durchaus noch in dem Räume zwischen der Erde und dem Monde, in jenem kugelförmigen Räume, der sich ergibt, wenn man die Mondbahn als den äußersten Ring ansieht, weg von der Erde, aber in diesem Räume - dort ist der Mensch in der Kamalokazeit. Wenn die Kamalokazeit zu Ende ist, dann geht der Mensch aus diesem Kreise in den wirklichen Himmelsraum hinaus. Wie gesagt, es klingt grotesk, aber es ist so. Auch in dieser Richtung merkt man durch eine wirklich gewissenhafte Forschung, daß diese Dinge entgegengesetzt sind denen auf dem physischen Plane hier. Wir sind von außen an die Erde gebunden, vom Irdischen umgeben und getrennt von den Himmelssphären; nach dem Tode ist die Erde von uns entfernt, und wir sind mit den Himmelssphären zusammen. Solange wir drinnen sind in der Mondensphäre, sind wir im Kamaloka, das heißt, daß wir den Wunsch haben, noch mit der Erde verbunden zu sein, und wir kommen hinaus, wenn wir durch das Kamaloka-Leben gelernt haben, auf Affekte, Leidenschaften, Verlangen zu verzichten. Anders als man hier gewohnt ist, muß man sich nun den Aufenthalt in der geistigen Welt vorstellen. Da sind wir [sphärisch] ausgebreitet über den ganzen Raum, da fühlen wir uns überall drinnen im ganzen Räume. Daher ist das Leben, sei es das eines Initiierten oder eines Menschen nach dem Tode, ein Fühlen des Sich-Ausbreitens in den Raum hinaus, und man wird so groß nach dem Tod oder als Initiierter, daß man dann durch den Mondenlauf begrenzt wird wie jetzt durch die Haut. Ja, es ist nun einmal so und es nützt nichts, solche Dinge durch Worte auszudrücken, die einem die gegenwärtige Zeit leichter verzeiht, denn dadurch drückt man sie nicht richtiger aus. Im öffentlichen Vortrage muß man solche schockierenden Dinge weglassen, aber demjenigen, der sich längere Zeit befaßt hat mit geisteswissenschaftlichen Dingen, ist es gut, mit wahren Namen die Dinge zu benennen.
Wien, 3.Nov.1912 ☉ (in «GA 140»; S.67f)
7a Wenn wir hier auf der Erde stehen, verfolgen wir unter den mancherlei Dingen, die in unserer Umgebung sind, ja auch den Mond. Er stellt sich in ganz besonderer Weise in unsere Umgebung hinein. Er gibt uns das Sonnenlicht wieder zurück. Wir erblicken gewissermaßen nur insofern seine Oberfläche, als das Sonnenlicht ihm ein Kleid webt. So daß uns eigentlich, auch wenn der Mond scheint, die Sonne scheint; nur auf einem Umwege erscheinen uns dann die Sonnenstrahlen. Er ist gewissermaßen doch als Erdentrabant in einem ganz besonderen Verhältnisse zu uns.
7b Wenn wir in dem Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt sind, so haben wir also zunächst unsere Innenwelt, die Wirkung all unserer Taten, insofern sie im Willen wurzeln, als Innenweltsphäre [Kamaloka], den zentralen Kern, umgeben von unseren Gefühlen und Gedanken, die in den Weltenraum hinausstrahlen. Aber so etwas wie der Mond ist auch da. Ich möchte sagen, wir sehen dann den Mond von der anderen Seite. Dieses Leben in der Sphäre hat es ja mit anderen perspektivischen Gesetzen zu tun als unser Leben hier auf der Erde, und manches von diesen perspektivischen Gesetzen ist natürlich schwer zu sagen, weil eben die Erdengesetze so andere sind. Wir sind nämlich zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in einem gewissen Sinne nicht außerhalb des Mondes, sondern innerhalb des Mondes. Wir stehen immer mit dem Inneren des Mondes in einem gewissen Zusammenhang. Wir sind gewissermaßen im Inneren des Mondes. Wie wir hier auf der Erde immerfort dieses zurückgeworfene Sonnenlicht sehen, so sehen wir zwischen dem Tod und neuer Geburt fortwährend das Innere des Mondes.
7c Nun, wie gesagt, die Perspektive ist da eine andere. Es ist Ihnen vielleicht am verständlichsten, wenn ich die Sache in der folgenden Weise klar mache: Nehmen Sie an, das wäre [gezeichnet] die Erde; da herum kreist der Mond. Nun kommt ja für die Verhältnisse, die wir dann zu erörtern haben für den Anblick nach dem Tode, nicht etwa diese [Mond-]Kugel hier in Betracht, sondern es kommt in Betracht die ganze Mondensphäre. Diese ganze Sphäre, in der er herumkreist, die kommt in Betracht, und sie nehmen wir eigentlich von innen wahr. Zunächst entfernen wir uns in der Sphäre von der Erde. Da sind wir natürlich lange Zeit so im Umkreise, daß wir uns innerhalb der Mondensphäre befinden. Zunächst, nicht wahr, sind wir ja innerhalb der Mondensphäre, da und da und so weiter, immer in der Mondensphäre drinnen. Nun kommen wir aber auch außerhalb der Mondensphäre. Da können wir sie jetzt nicht von innen aus sehen. Aber wir sehen sie auch von außen nicht, sondern sie hört auf, dann für uns sichtbar zu sein, für uns wahrnehmbar zu sein. Sie bleibt uns aber als Erinnerung.
7d Und das, was wir da zunächst sehen, was gewissermaßen Anschauung ist an der Innenwand des Mondes, der Mondensphäre - indem wir hinausgehen, sehen wir es: Was wir dann in der Erinnerung behalten, das ist es, was wir behalten als die Wirkungen eines früheren Erdenlebens in dem späteren Erdenleben. Tatsächlich ist es dieser Mond, welcher die Ereignisse des einen Erdenlebens als Wirkungen gegenüber folgenden Erdenleben hinüber bewahrt. Mit dem Monde und seinem ganzen Geheimnis im Kosmos hängt nämlich das Hinüberleben des Inhaltes des einen Erdenlebens in die nächsten Erdenleben zusammen.
Dornach, 21.Okt.1921 ♀ (aus «GA 208»; S.24ff)
8 Und sehen Sie, dieses Wahrnehmungsvermögen der Götter ist neben dem, was er noch sonst ist, der Mond, der unser Nachbar im Kosmos ist. Alle göttlichen Wesenheiten von Sonne, Merkur, Mars, Jupiter, Saturn haben im Monde ihr Auge. Sie sind zugleich im Mond.
Dornach, 30.Mai 1924 ♀ (aus «GA 236»; S.226)
Andere Stimmen
Fragment 1339
Der Mond ist auf allen Fall ein jüngerer Körper als die Erde, daher sein Aussehn. Die äußersten Weltkörper sind am ersten entstanden, daher vielleicht ohne Trabanten. Das rote Licht von Mars - hat Mars Trabanten?[g] Warum sind sie vielleicht nicht sichtbar?
Können nicht aus Trabanten Planeten werden? Die Entstehung des Mondes mag wohl manche Veränderung auf unserer Erde veranlaßt haben - vide Hemsterhuis („Alexis”).[h]
Ließe sich nicht die Epoche der Mündigkeit des Mondes berechnen? Wir erziehen jetzt den Mond.
Novalis
aus «Gesammelte Werke - Dritter Band»; S.178
13a Die täglichen Bewegungserscheinungen des Mondes zeigen sich immer als Glieder im größeren Rhythmus des Monats und werden erst als solche in ihrem gesetzmäßigen Ablauf verständlich. Generell gilt für den Mond in seiner Tagesbewegung dasselbe wie für die Fixsterne und die Sonne: er geht täglich auf und unter und kommt dabei einmal in eine obere und eine untere Kulmination. Zu welcher Tagesstunde und in welcher Himmelsrichtung diese Erscheinungen eintreten, hängt aber von Bedingungen ab, die sich mit dem Mondlauf verändern.
13b Die monatlichen Erscheinungen gliedern sich deutlich in zwei Gruppen. Diese folgen einerseits aus dem Stellungsverhältnis des Mondes zur Sonne [Mondphasen], andererseits aus dem Wechsel der Mondstellungen im Tierkreis.
S.70
13c Der Mond durchwandert die einzelnen Tierkreissternbilder je nach Größe in 2-4 Tagen. Der Gang durch den ganzen Tierkeis oder ein siderischer Mondumlauf (Sternenumlauf) dauert 27d 7h 43m 12s. Demgegenüber erfolgt eine Lunation oder der Ablauf der Mondphasen in 29d 12h 44m 3s. Dieser synodische Mondumlauf (Synode = Zusammenkunft) gibt z. B. die Zeit von einer Konjunktion des Mondes mit der Sonne bis zur nächsten (von Neumond zu Neumond) [ein Mondjahr] an.
13d Der synodische Monat ist länger als der siderische, weil die Sonne während der Zeit von 4 Wochen in das nächste Tierkreissternbild weiterrückt. So findet der folgende Neumond erst statt, nachdem in der siderischen Bewegung schon ein ganzer Umlauf und 1/12 oder rund 2¼ Tage zurückgelegt sind.
13e Der Unterschied zwischen synodischem und siderischem Monat führt zu einer Reihe jahreszeitlich bedingter Erscheinungen. Jede folgende Lunation zeigt Modifikationen gegenüber der vorangehenden. So gleicht trotz des Ablaufes der gleichen Mondphasen kein Mondmonat dem anderen.
S.74f
13f 235 synodische Mond-Umläufe = 6939,69 d [6939d 16h 33m 36s]
.... 254 siderische Mond-Umläufe . = 6939,70 d [6939d 16h 48m 00s]
...... 19 S o n n e n j a h re ......... = 6939,87 d [6939d 20h 52m 48s]
Die beiden Mondperioden also, die bis auf einige Minuten zusammenfallen, weichen nur um etwa 4 Stunden von dem Sonnenrhythmus ab. Nach diesem Metonischen Zyklus steht der Mond am selben Tag in gleicher Phase z. B. wieder bei Aldebaran [αTau] im Stier. Anders ausgedrückt: der Mond wandert 19 Jahre lang an anderen Tagen und in anderer Phase an den einzelnen Fixsternen des Tierkreises vorüber. Der Metonische Zyklus stellt sich als ein höherer gemeinsamer Rhythmus von synodischem und siderischem Mondumlauf sowie dem Sonnenjahresvorgange im Tierkreis dar¹⁸.
¹⁸ In der kalendarischen Berechnung des Osterfestes wird dieser 19jährige Mondzirkel benutzt, weil nach ihm auch der Ostervollmond wiederum auf dasselbe Datum fällt. Die «Goldene Zahl» gibt die Stellung des jeweiligen Jahres in diesem Zyklus an.
13g Infolge der Wanderung des Frühlingspunktes entgegen dem Jahresgang der Sonne mußte für letztere zwischen siderischem und tropischem Umlauf unterschieden werden (vgl. Kap. IX). Dasselbe kommt für die Mondbewegung in Betracht. Der Lauf des Mondes durch den Zodiakus vom Frühlingspunkt bis wieder zu diesem oder von einer Höchst- bzw. Tiefststellung im Tierkreis bis wieder zu derselben wird der tropische Monat genannt. Er ist um rund 7s kürzer als der siderische Monat.
13h Bei seiner Wanderung durch den Tierkreis wendet der Mond der Erde immer dieselbe Seite zu, so daß im Fernrohr stets dieselbe Mondlandschaft (Krater, Berge usw.), wenn auch bei den verschiedenen Phasen in unterschiedlicher Beleuchtung, zu sehen ist. Der Mond hat demnach eine mit der Erde «verbundene», einmonatliche Rotation gegenüber dem Fixsternhimmel um seine eigene Achse. Indem er bei seiner Monatsdrehung um die Erde die gleiche Hinorientierung zu ihr beibehält, zeigt er seine Abhängigkeit vom Planeten Erde.
Eine doppelte pendelnde Schwankung des Mondenkörpers, die Libration in Länge und Breite, führen dazu, daß etwa 1/7 mehr als die Hälfte der Mondoberfläche für die Beobachtung sichtbar wird.
S.77f
13i Frühere Zeiten empfanden intensiv das Abnormale, das eine Finsternis in den Tageslauf oder den Monatsgang des Mondes hineinbringt. Die kosmische Harmonie, das irdische Leben waren gestört und schienen zu stocken.[i] Im mythischen Bilde wurde von einem Wolf oder Drachen, der die Sonne bei den Finsternissen verschlingt, gesprochen. Der Rest dieses Bildes lebt noch in der Bezeichnung der Mondknoten als Drachenpunkte, wobei der aufsteigende Knoten Drachenkopf,[k] der absteigende Drachenschwanz genannt und auch illustrativ dargestellt wurden. Daher wird der Mondumlauf zum gleichen Knoten [meist von Kopf zu Kopf] zurück noch heute als draconischer Monat [drakonitischer in 27d 5h 5m 35,8s] bezeichnet.
S.103
Joachim Schultz
aus «Rhythmen der Sterne»
Gedichte
14a Unter dem gleichen Himmel
sind wir traurig und einsam,
der Mann in Australien und ich.
Wenn der Mond heraufkommt,
sagt der Mann: O Mond,
Gewächs meiner zärtlichen Wünsche,
der Einsamkeit,
Planet der vergeblichen Liebe!
Warum bin ich allein
in diesen warmen Sommernächten?
Und ich sage: O Mond,
Gestirn der Grausamkeit und des Kalten,
Laterne der Wachenden,
die niemanden lieben!
Warum liebe ich nicht
In diesen kalten Winternächten?
Und der Mond hört uns zu,
wie wir singen und weinen,
und gleicht einer Medaille
aus billigem Gold,
wie sie die frommen Schwestern
am Halse tragen,
wenn sie vom Wallfahren
heimkommen.
Hertha Kräftner
aus «das mondbuch»; S.98
14b MONDNACHT [l]
Bald fällt der Mond in meinen Schoß
Dann bin ich wie die Nacht so groß
Dann bin ich wie der Wind so nah
Wie der Nebel im Baum, wie der Berg bin ich da.
Morgen schon kann ich nicht mehr sein
Aber das Wasser fließt weiter über den Stein
Aber im Lichte glänzet ein fremdes Haar
So hell wie meines, als ich noch im Lichte war.
Und jene die standen in solcher Nacht
Lange vor mir - sie haben mich schon gedacht
Eine Hand taten sie auf und schenkten mir:
Diese Berge die Bäche den Busch und das Tier.
Denn einer muß immer sein, der darum weiß
Daß die Bäume sind und das keimende Reis,
Der die Gräber grüßt und dem Kommenden schon
Zulächelt: im Schoße dem dunklen Sohn -
Oh in der Gegenwart nächtlichem Sternenfall
Steh ich und lausche auf meiner Stimme
Unendlichen Widerhall . . .
 
Paula Ludwig
aus «das mondbuch»; S.40
15 Der Wechsel im Kleinklima ist dann noch mitbedingt durch den siderischen Mondrhythmus. Immer wenn der Mond vor ein anderes Sternbild überwechselt, klingt ein neuer Elementeaspekt an,[m] der trotz gleichmäßiger Großwetterlage feine Unterschiede bringt, die sich leicht beobachten lassen. Sie zeigen sich in feinen Temperaturveränderungen, in Unterschieden der Luftfeuchtigkeit, der Windbewegung, Nebelbildung udgl. Es sind meist nur zwei bis drei Tage, die jeweils gleiches Wetterverhalten aufweisen, dann entstehen wieder gewisse Abweichungen, sie sind durch den siderischen Mond, also in seiner Tierkeisbeziehung, zu verstehen.
Maria Thun
aus «Hinweise ...»; S.27
A.Dürer: Der nördliche Tierkreis © by GNU
Albrecht Dürer: Der nördliche Tierkreis, 1515
16a Am Firmament steht das zierliche Tierkreisbild Krebs [CNC] zwischen den hereinragenden, mächtigen Sternköpfen [n], ihnen seine offenen Zangen entgegenstreckend. Er harmoniert durch seinen eigenen Kopfcharakter mit dieser kopfigen Umgebung, denn sein Inneres ist durch und durch weich und wird von einer harten Schale, seinem starren Panzer, umgeben, wie beim menschlichen Kopf [o] das weiche Hirn durch die harten Knochenschalen geschützt wird. Betrachtet man einen Taschenkrebs (Cancer pagurus) mit seinem flachen, runden Körper auf den acht langen dünnen Beinen, kann man den Eindruck haben, einen Kopf mit Beinen zu sehen. [...] Dieses runde Krebstier ist, mit dem lateinischen Namen Cancer, auf alten Darstellungen des Tierkreises [ὁ ζῳδιακός] zu finden.
16b Erst später wandelte sich das Bild des Krebses auf den Sternkarten in die langgestreckte Form des Flußkrebses (Astacus fluvialis) [siehe Abb. Mitte links]. Aber auch dieser hat durch seinen Panzer und zusätzlich noch durch seine sensiblen Wahrnehmungsorgane Kopfeigenschaften.
16c Das Haus des Krebses hat also durch seine Bilder Kopfcharakter. Und darein fügt sich in überdimensionaler Weise im Süden das Schiffsternbild mit seinen drei Teilen.[p] Auch ein Schiff gleicht bildhaft einem Kopf. Das gerundete Schiff mit seiner harten Außenwand schwimmt auf den Wellen, wie der Kopf des Menschen ruhig auf den Schultern gehalten und durch die Welt getragen wird. So durchzieht das Kopfmotiv dieses ganze Himmelsgebiet.
Elke Blattmann
aus «Geheimnisvolle Sternenwelt»; S.65f
Unsere Anmerkungen
a] siehe Mbl-B.36b
b] möglicherweise durch eine Kollision mit einem marsähnlichen Himmelskörper (zum ungefähren Zeitpunkt siehe Mbl.7), sodass sich eine Sphäre bildete (vgl. Mbl.8)
c] vgl. Mbl-B.33b u. Mbl-B.33a
d] vgl. Mbl.5
e] vgl. Mbl-B.36i
f] siehe «GA 9»; S.105ff
g] Die beiden Marsmonde, vermutlich eingefangene Asteroiden, heissen Phobos und Deimos.
h] «Alexis, ou sur l’âge d’or» von Frans Hemsterhuis, einem Philosophen der Aufklärung, wurde 1787 in Riga veröffentlicht.
i] siehe R.Steiner zu Sonnen- u. Mondfinsternis
k] siehe F.Roder zum Mondknoten im Lebenslauf
l] vgl. Mondnacht von J.v.Eichendorff
m] siehe »TzN Mär.2004«: Anhang
n] nämlich der Grossen Bärin (Ursa Maior), des Löwen (Leo) und der vielköpfigen Wasserschlange (Hydra)
o] siehe Stichwort Kopf bzw. Krebs
p] Das von Ptolemaios eingeführte Sternbild Argo Navis wurde von Lacaille in die Bilder Achterdeck (Puppis), Segel (Vela) und Kiel (Carina) aufgeteilt.
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