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Zitatensammlung
Teil 1
Zitate von Rudolf STEINER zu
DRACHE und MICHAEL
1 Bedenken Sie jetzt, daß solche Wesenheiten, wie die zur zweiten Hierarchie gehörigen Mächte, gar nicht aus eigener Kraft die Möglichkeit gehabt hätten, böse zu werden - sie mußten abkommandiert werden. Und erst die Wesenheiten der dritten Hierarchie, und zwar erst diejenigen, die dem Menschen am nächsten stehen, die Engel, die konnten sozusagen folgen oder nicht folgen den hemmenden Mächten. Die da nicht folgten, finden wir immer wieder dargestellt in Bildern, welche versinnlichen sollen die Siege, die im Himmel erfochten werden; die zum Ausdruck bringen sollen, was damals während der Mondenentwickelung geschah, als der Mensch fortschritt bis zur Einverleibung des Astralleibes, das heißt bis zur Mensch-Tierheit. Da entrangen sich ja diejenigen Engelwesen, die sozusagen gut geblieben waren, diesem Mondenwerden, entstiegen dem, was da unten auf dem Monde war. Und dieses Bild steht in mancherlei Gestalten vor der Seele des Menschen. Es ist das, was ursprünglich bedeutet Michaels Streit mit dem Drachen. Dieses Bild sehen Sie auch im Bilde des Mithras-Stieres, und da besonders anschaulich. Natürlich wollte man nicht damit sagen: Diese Engelwesenheiten haben sich entzogen ihrer Aufgabe, sondern man hat sie hingestellt als ein Ideal der Zukunft. Diese Wesenheiten, sagte man, sie haben vorgezogen den Aufstieg in die geistige Welt. Du bist hinuntergestiegen; mit dir sind hinuntergestiegen andere Wesenheiten, die den Mächten der Hindernisse gefolgt sind. Nun mußt du das verarbeiten, was du damit aufgenommen hast, und hinauftragen in die geistige Weit; du mußt sozusagen beim Wiederaufstieg ein solcher Michael, ein solcher Stierbesieger werden. - Denn ein jedes solches Symbolum ist in diesem zweifachen Sinne durchaus zu gebrauchen.
Düsseldorf, 18.Apr.1909☉ vp (aus «GA 110»; S.165f)
2a Michael hat nicht den Drachen bekämpft in dem Zeitalter, das abgelaufen ist, denn da war der Drache, der jetzt gemeint ist, noch nicht ein Drache. Ein Drache wird er werden, wenn diejenigen Begriffe und Ideen, die nur naturwissenschaftliche Gesetze sind, zur Weltanschauung des nächsten Zeitalters aufgebaut werden sollten. Und das, was sich da aufbäumen will, das ist wiederum, richtig aufgefaßt, in dem Bilde als der Drache, der besiegt werden muß von Michael, dessen Zeitalter in unseren Jahren beginnt.
2b Das ist eine wichtige Imagination: Michael, besiegend den Drachen. Spirituelles, flutendes Leben hinein zu empfangen in die Sinneswelt: Michael-Dienst ist es von jetzt ab. Ihm dienen wir in der Besiegung des Drachens, der sich auswachsen will in Ideen, die während des verflossenen Zeitalters den Materialismus gebracht haben, die sich hinüberwachsen wollen in die Zukunft. Das zu überwinden, heißt im Dienst des Michael stehen. Das ist der Sieg des Michael über den Drachen.
Stuttgart, 20.Mai 1913 ♂ (aus «GA 152»; S.75f)
3 Widergespiegelt finden wir dieses geistige Geschehnis in den Mythen aller Völker, in dem Mythos von Sankt Georg, dem Erzengel Michael, den Drachen besiegend. In den nachatlantischen Kulturen sehen wir ein Bewußtsein lebendig von den in geistigen Welten sich vollziehenden Einwirkungen des Christus auf das Menschenwerden durch jenes Geisteswesen. In dem Zarathustra-Kult tritt uns das hohe Sonnenwesen entgegen, und wie ein Abbild davon zeigt sich im griechischen Bewußtsein der Apollo-Dienst. Am kastalischen Quell ist der Tempel des Apollo[n], wohin wohlvorbereitet die Griechen ziehen, um sich bei Apollo Rat zu holen. Python, der über den Dämpfen ruht, die aus dem Spalt aufsteigen und den Berg Parnaß umwinden wie eine Schlange, er wird durch Apollo besiegt, und an seine Stelle tritt die Priesterin Pythia, durch deren Mund Apollo seine Weisheit den Griechen offenbart. Von Frühling bis Herbst weilt Apollo in seiner Stätte, dann zieht er nach Norden in das Land der Hyperboräer. Nach Norden muß Apollo ziehen als der Geist der Sonne, während die physische Sonne nach Süden zieht. Und verbunden finden wir mit Apollo die Musik, das Saitenspiel. Es stellt dar den Ausdruck des Zusammenstimmens der drei menschlichen Seelenkräfte. Und von einem berühmten Manne mit zu großen Ohren, dem König Midas, wird gesagt, daß Apollo ihm die Eselsohren wachsen ließ als Strafe dafür, daß Midas beim musischen Wettkampf zwischen Apollo und Marsyas gegen Apollo entschied, weil er Marsyas Flöte dem Saitenspiel Apollos vorzog.
Stuttgart, 5.Mär.1914 ♃ (aus «GA 152»; S.95f)
4a Nicht reif werden zu lassen drüben in der geistigen Welt das, was da herunterträufeln sollte, das war die Absicht jener Angeloigeister zwischen dem Jahre 1841 und 1879. Aber diese Geister haben den Krieg, den sie durch diese Jahrzehnte geführt haben gegen die Geister des Lichtes, sie haben diesen Kampf verloren. Tatsächlich hat sich im Jahre 1879 etwas abgespielt in kleinerem Maßstabe, wie sich solche Ereignisse wiederholt im Laufe der Evolution abgespielt haben und wie sie immer durch ein bestimmtes Symbolum ausgedrückt werden: durch den Sieg des Michael oder heiligen Georg über den Drachen. Auch da, 1879, auf einem gewissen Gebiete ist der Drache überwunden worden. Dieser Drache sind die Angeloiwesen, die das anstrebten, aber eben nicht erreichen konnten, was ich angedeutet habe. Deshalb sind sie 1879 aus der geistigen Welt in den Bereich der Menschen herein gestürzt worden. Es war der Sturz der Angeloiwesen aus dem Bereich der geistigen Welt in den Bereich der Menschen, und in dem Bereich der Menschen wandeln sie jetzt unter den Menschen. Da sind sie vorhanden, indem sie ihre Kräfte hineinsenden in die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse der Menschen, indem sie das oder jenes anstiften. Sie haben nämlich nicht verhindern können - darinnen besteht ja das, daß sie den Kampf verloren haben -, sie haben nämlich nicht verhindern können, daß die Zeit gekommen ist, in der das spirituelle Wissen herabträufelt. Dieses spirituelle Wissen ist jetzt da und wird immer weiter und weiter sich entwickeln; die Menschen werden die Fähigkeit haben können, die geistige Welt zu durchschauen.
4b Aber nun sind diese Angeloiwesen auf die Erde herabgestürzt und wollen hier Unheil stiften mit dem Herabträufeln, wollen hier dieses Wissen in falsche Bahnen leiten, wollen diesem Wissen seine gute Macht rauben und es in schlechte Kanäle bringen. Kurz, sie wollen das, was sie mit Hilfe der Geister drüben nicht haben erreichen können, hier mit Hilfe der Menschen erreichen, weil sie herabgestürzt sind seit dem Jahre 1879. Zerstören den guten Weltenplan wollen sie, der darinnen besteht, in den richtigen Reifezeitaltern das Wissen von der Beherrschung der Menschenmassen, das Wissen von Geburt, Krankheit und Tod und andern Dingen unter den Menschen zu verbreiten. Sie wollen es frühzeitig verbreiten durch die geistigen Frühgeburten. Neben andern Dingen, die diese Geister anrichten wollen, wirken sie in dem, was ich eben angedeutet habe.
Zürich, 6.Nov.1917 ♂ (aus «GA 178»; S.92f)
https://wfgw.diemorgengab.at/zit/WfGWzit111000165.htm