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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zu den
ZEITALTERN
1 Wir müssen nun fragen: Wodurch treten auf der Erde so durchaus neue Verhältnisse auf? - Das hängt mit dem Fortschreiten des Frühlingspunktes der Sonne zusammen. Ungefähr 800 vor Christus fing die Sonne an, im Frühling im Sternbild des Widders [ARI], des Lammes aufzugehen. Jedes Jahr rückt sie ein Stückchen weiter mit dem Frühlingspunkt. Dadurch verändern sich die Verhältnisse auf der Erde immer ein klein wenig. In dem Sternbild des Widders stand die Sonne um 800 vor Christus. Noch früher stand sie im Sternbild des Stiers [TAU], noch früher in dem der Zwillinge [GEM] und noch früher in dem des Krebses [CNC]. Jetzt geht sie schon seit einigen Jahrhunderten im Sternbild der Fische [PSC] auf. Nachher kommt der Wassermann [AQR]. Mit dem Vorrücken der Sonne von einem Sternbild zum anderen hängt auch das Fortschreiten der Kulturen zusammen.
2 In der Zeit, als die Sonne im Sternbild des Krebses stand, erreichte die alte Vedenkultur der Inder, die Kultur der Rishis, ihren Höhepunkt. Die Rishis, diese noch halbgöttlichen Wesenheiten unterrichteten die Menschen. Die atlantische Kultur war zugrunde gegangen; ein neuer Einschlag kam. Dies nennt man im Okkultismus einen «Wirbel». Darum setzt man auch für das Tierkreisbild, in dem in der damaligen Zeit die Sonne stand, das Zeichen des Krebses:
Cancer
3 Der Krebs bedeutet einen neuen Einschlag, einen Wirbel.
4 Die zweite Kultur wird bezeichnet mit dem Sternbild der Zwillinge. Begriffen wurde damals die Zwillingsnatur der Welt, die Gegensätze in der Welt, Ormuzd und Ahriman, das Gute und das Böse. Daher reden die Perser auch von den Zwillingen.
5 Die dritte Kultur ist die der Sumerer in Vorderasien und der alten Ägypter. Das Sternbild des Stiers entspricht ihr. Daher wird in Asien der Stier verehrt und in Ägypten der Apis. Die sumerische Sprache war damals in Babylonien, Assyrien und so weiter, die Sprache der Weisheit. Dann geriet der Stier in Dekadenz und es tauchte der Widder auf. Der erste Hinweis darauf ist die Sage vom Goldenen Vlies.
6 Die vierte Kultur ist die des Widders oder Lammes; Christus steht in dem Zeichen des Widders oder Lammes, darum nennt er sich das Lamm Gottes.
7 Als fünfte Kultur folgte die äußerlich materielle Kultur im Sternbild der Fische. Diese entwickelte sich hauptsächlich vom 12. Jahrhundert an und erreichte ihre Höhe um das Jahr 1800. Dies ist die Kultur der fünften Unterrasse, der Gegenwart.
8 Im Sternbild des Wassermanns wird in der Zukunft das neue Christentum verkündet werden. «Wassermann» ist auch derjenige, der es bringen wird, der auch schon da war: Johannes der Täufer, Er wird auch später Christus vorangehen, wenn die sechste, die spirituelle Unterrasse gegründet werden wird. Die theosophische [anthroposophische] Bewegung soll die Vorbereitung sein für jenen Zeitpunkt.
S.62f
9 Jedesmal wenn die Sonne von einem Tierkreisbild in ein anderes vorrückt, gehen einschneidende Veränderungen in der Kultur vor sich. Dazwischen vergeht ein Zeitraum von ungefähr zweitausendsechshundert Jahren. Nehmen wir den Zeitpunkt, als die Sonne in das Zeichen des Widders oder Lammes trat, um 800 vor Christus und 1800 nach Christus, so sind es zweitausendsechshundert [2160 a] Jahre. Ungefähr um 1800 traten wir in das Zeichen der Fische ein. Damit kam die materielle Kultur auf die Höhe. Sie bereitete sich vor im Mittelalter, jetzt hat sie begonnen wieder abzufluten. Um das Jahr 4400 tritt die Menschheit in das Zeichen der spirituellen Kultur, des Wassermannes. Das bereitet sich aber auch schon früher vor.
10 Mit der Konstellation verändern sich also auch die Verhältnisse. Mit dem Vorrücken von einem Sternbild zum anderen treten auch neue Verhältnisse ein, so daß das Wiedergeborenwerden einen Sinn hat. Ungefähr alle zweitausendsechshundert Jahre wird der Mensch wiedergeboren. Aber die Erfahrungen, die er als Mann und als Frau macht, sind so grundverschieden, daß man zwei solcher Inkarnationen, als Mann und als Frau, als eine zählt. Es vergehen ungefähr eintausenddreihundert Jahre zwischen zwei Inkarnationen als Mann oder als Frau, und ungefähr zweitausendsechshundert Jahre zwischen solchen doppelten Inkarnationen, wenn man beide als eine rechnet. Der Mensch ist eigentlich nur dem physischen Leibe nach Mann oder Frau. Während der physische Körper männlich ist, ist der Ätherkörper weiblich und umgekehrt, während der physische Körper weiblich ist, ist der Ätherkörper männlich. Erst der Astralkörper ist männlich und weiblich zugleich. Der Mensch trägt das entgegengesetzte Geschlecht als Ätherkörper in sich. Also ist der Mann ätherisch weiblich, die Frau ist ätherisch männlich. Die physische Frau hat daher auch viele verborgene Männereigenschaften, die physische Inkarnation ist nur exoterisch vorhanden. So macht der Mensch jedesmal ein Sternbild durch als Mann und als Frau. [...] Okkult werden die beiden Inkarnationen als eine zusammen gerechnet. Es muß eine Zeit kommen, in der die Frau sich tatsächlich der Manneskultur annähert. In der jetzigen Frauenbewegung ist die Vorbereitung zu einer ganz anderen späteren Frauenbewegung zu erkennen. Die Zweigeschlechtlichkeit wird in Zukunft einmal ganz überwunden werden.
S.64f
Berlin, 3.Okt.1905 ♂
aus «GA 93a»
a] siehe Zeitverhältnisse