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Zitatensammlung
Teil 2
Zitate von Emil BOCK zur
CHRISTUSINKARNATION als TURMBRAND
1 [...] Wenn man aus einiger Entfernung einem Turmbrand zuschaut, wobei das Dach zuerst Feuer gefangen hat - ganz besonders prägnant konnte man das vor zwei Jahren bei dem Stuttgarter Schloßbrand beobachten (1931) -, so heben sich bestimmte Momente im Umsichgreifen des Feuers heraus. Jedesmal, wenn sich das Feuer in ein weiteres Stockwerk hinunterkämpft, drückt sich das aus in einem gewaltigen Feuersignal: eine riesige Feuersäule sprüht minutenlang hoch in den Himmel hinauf. Dann zieht sich das Feuer wieder in das Innere des Turmes zurück, bis die nächste Decke durchstoßen wird, und von neuem schießt eine Feuergarbe in den Himmel empor. Dieser Vorgang des sich immer tiefer hinunterkämpfenden Feuers kann als Bild genommen werden für die immer tiefer greifende Inkarnation der Christuswesenheit in der leiblich-seelischen Hülle des Jesus von Nazareth. Immer, wenn das Christus-Ich ein weiteres Glied des Hüllen-Organismus voll durchdringt, wird das durch besondere Offenbarungsgeschehnisse signalisiert. So ist die Verklärungsgeschichte [a] das Feuersignal, das die volle Besitzergreifung des ätherischen Leibes des Jesus von Nazareth durch die Christuswesenheit anzeigt. Der Einzug in Jerusalem deutet hin auf die volle Besitzergreifung der nächsttieferen Leiblichkeit: des physischen Leibes. Und wie die drei Jünger auf dem Berge der Verklärung das Epochale des Augenblicks durch das besondere übersinnliche Erlebnis wahrnehmen, so nimmt auch das Volk mitsamt den Jüngern beim Einzug in Jerusalem etwas von der aufsprühenden Geistgestalt des Christus wahr. [...]
aus «Das Evangelium»; S.751f
2 Was die Hauptstufenereignisse im Werdeprozeß der drei Jahre bedeuten, möchte ich bildhaft im Anschluß an einen Vorgang, dessen Zeuge ich vor einer Reihe von Jahren war, zu charakterisieren versuchen. Als in Stuttgart zu Anfang der dreißiger Jahre in den Weihnachtstagen das Alte Schloß in Brand geriet, konnte ich von einer benachbarten Höhe aus zuschauen, wie einer der mächtigen runden Ecktürme niederbrannte. Es war nicht nur ein ergreifendes, sondern ein überaus instruktives Schauspiel, wie die Flammen sich vom Dach aus immer tiefer in den Turm hinunterfraßen. Jedesmal, wenn sie sich den Weg in ein weiteres Stockwerk gebahnt hatten, sprühte eine gewaltige Flammengarbe zum hohen Himmel empor, als wollte das Feuer durch ein Fanal seinen Triumph besiegeln. Die Einwohnung des Christus-Ich in die menschliche Wesenheit Jesu war wirklich wie ein brennendes Feuer, das sich in einem Turm von oben nach unten ein Stockwerk nach dem andern erobert. Die vier Grundglieder der menschlichen Natur sind mit den Stockwerken des Turmes zu vergleichen, und jedesmal, wenn der Durchdringungsprozeß der Inkarnation aufs neue durchschlug, wenn die Besitzergreifung eines weiteren menschlichen Wesensgliedes vollendet war, gab es, wenn auch für irdische Augen nicht wahrnehmbar, das aufsprühende Flammensignal eines jener offenbarenden Ereignisse, die die Hauptstufen der Menschwerdung Christi bezeichnen.
aus «Die drei Jahre»; S.136
a] vgl. E.Bock zur Verklärung Christi