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| Gedichtsammlung |
| Agni, der Götterbote |
| 1. Agni verehre ich als Leiter, als Gott des Opfers, als Opferpriester; als den den größten Schatz gewährenden Hotṛ [a]. |
| 2. Agni war von den früheren Rṣis wie auch von den gegenwärtigen zu verehren; er möge die Götter hierher fahren. |
| 3. Durch Agni möge er¹ Reichtum erlangen und Gedeihen Tag für Tag; rühmliches, an Helden sehr reiches. |
| 4. O Agni! Die Verehrung und das Opfer, das du allseits umschließest - ebendies gelangt zu den Göttern. |
| 5. Agni, der geistesmächtige wahre Hotṛ, der am meisten Ruhmglänzende - der Gott komme mit den Göttern her. |
| 6. Eben weil du, o Agni, dem Anbeter Gutes tun willst, wird es bei dir Wahrheit, o Ańgiras. |
| 7. Zu dir, o Agni, Erheller des Dunkels, Tag für Tag, mit Andacht, Verehrung bringend, kommen wir; |
| 8. zu dem Regenten der Opferfeste, dem Hüter der Ṛta [b], dem leuchtenden, dem in eigenen Haus wachsenden.² |
| 9. Wie ein Vater dem Sohne, so sei uns, o Agni, zugänglich! Begleite uns zum Heile! |
| Rigveda |
| ¹ Der Opferveranstalter (yajamāna), der das
Opfer bei den Priestern gewissermaßen in Auftrag gibt und dem nach
dem magischen Weltbild die Früchte der Opferhandlung zugute kommen. ² Der Sinn ist, daß das Feuer auf seiner Stätte durch die Opferlibationen (Butterschmalz) emporlodert. |
| aus «Älteste indische Dichtung»; S.7 |
| a] sprich hotri (~ der ausgiessend Opfernde), eine der ältesten und wichtigsten vedischen Priesterfunktionen (dem avestischen zaotar vergleichbar) |
| b] vgl. »TzN Feb.2026«: Anm.b |
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| revid.202604 |
| https://wfgw.diemorgengab.at/zit/WfGWged00196.htm |