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Zitatensammlung
Teil 2b: aus dem qor'ān
SURE 27, 'ejāt 1-44
en-neml ~ DIE AMEISEN
geoffenbart zu Mekka
Im Namen des 'Allāh des Erhörenden, sich Erbarmenden!
27,1
T.S. Das sind Verse des Qor'ān, Buch der Deutlichkeit.
27,2
Als Rechtleitung und Frohbotschaft den Gläubigen,
27,3
die Gebet verrichten und Steuer entrichten und unbeirrt aufs Jenseits vertrauen.
27,4
Seht, jenen, die nicht dem jenseits vertrauen, lassen Wir ihre Werke schön erscheinen, und weder ein noch aus wissen sie.
27,5
Jene sind's, deren schlimme Strafe harrt, übergrosse Verlierer sind sie im Jenseits.
27,6
Und gewiss, von einem Weisen empfingst du den Qor'ān, von einem Wissenden.
27,7
- als Mūsā zu den Seinen sprach: „Seht, ein Feuer bemerk' ich. Euch will ich Kunde hievon bringen; oder bringe euch einen brennenden Ast, dass ihr euch wärmt.”¹
27,8
Und als er dahin kam, ward ihm gerufen: „Gesegnet, wer im Feuer und wer in dessen Nähe weilt. Und Preis 'Allāh, dem Herrn der Welten!
27,9
Mūsā du, sieh, 'Allāh bin Ich, der Mächtige und Weise!
27,10
Wirf hin deinen Stab!” Doch als er den sich schlangengleich bewegen sah, um kehrte er zur Flucht, ohne zurück sich zu wenden. „Mūsā du, fürchte dich nicht! Sieh, Meine Gegenwart brauchen Gesandte nicht zu fürchten,
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noch, wer Unrecht tat und sodann das Böse mit dem Guten tauscht; gewiss dann bin Ich verzeihend und barmherzig.
27,12
Und schiebe deine Hand in deine Achsel - weiss wirst du sie herausziehen, unbeschadet: eins der Zeichen neun dem Pharao und seinem Volk. Denn frevelhaft ist das Volk.”
27,13
Als sie jedoch Unsre Zeichen vor Augen hatten, riefen sie: „ Das ist offenbare Zauberei.”
27,14
Und böswillig leugneten sie diese und hochmütig, obschon sie im Innern davon überzeugt waren. Schau nur das Ende der Übeltäter!
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Und gewiss, Wir begabten Da'ũd und Suleimān mit Wissen; und beiden sprachen: „Lob sei 'Allāh, Der uns den vielen gläubig Dienenden vorzog!”
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Und Suleimān beerbte Da'ũd; und er sagte: „Leute ihr! Die Vogelsprache ist uns gelehrt und von allen Dingen ist uns gegeben worden. Offenkundig ist die Gnade.”
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Und vor Suleimān sammelten sich seine Scharen, Dschinn, Mensch und Vogel, in Reih und Glied das Ganze.
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Als zum Tal der Ameisen sie kamen, sagte eine Ameise: „Ameisen ihr! Zieht in eure Wohnlöcher, dass Suleimān und sein Heer euch nicht zertreten, ohne es zu merken.”
27,19
Da schmunzelte er über ihre Worte und sprach: „Mein Herr Du! Halte an mich, zu danken für Deine Gnade, die Du mir und meinen Ahnen gewährtest, und rechtschaffen zu handeln Deinem Wohlgefallen gemäss. Und leite mich in Dein Erbarmen unter den Dir rechtschaffen Dienenden.”
27,20
Und er beobachtete die Vögel und sprach: „Wie kommt's, dass ich den Wiedehopf² nicht erblicke? Ist er etwa abwesend?
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Gewiss, streng bestrafen werd' ich ihn, töten gar, er brächte denn überzeugende Entschuldigung vor.”
27,22
Nicht lange jedoch säumte dieser und sprach: „Erfahren hab' ich, was du nicht erfahren hast; und zuverlässige Nachricht bring' ich dir nun aus Saba³.
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Sieh, eine Frau fand ich daselbst, die über jene herrscht. Über alles verfügt sie im Überfluss und sitzt auf herrlichem Thron.
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Auch fand ich, dass sie anstell von 'Allāh die Sonne verehren. Scheitān lässt ihre Werke in schönem Licht erscheinen und hat sie vom Weg weggeführt, sodass sie nicht rechtgeleitet werden
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und zu 'Allāh beten, Der in den Himmeln und auf Erden Verborgenes zum Vorschein bringt und weiss, was ihr verbergt und was ihr offen tut.
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'Allāh! es gibt kein Gegott ausser Ihm, Dem Herrn des gewaltigen Throns.”
27,27
Er sprach: „Wir werden sehen, ob du wahr gesprochen hast oder gelogen.
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Flieg mit diesem Brief von mir los und überbringe ihn ihr. Sodann halte dich von ihnen fern und beobachte, wie sie erwidern.”
27,29
Sie sprach: „Hauptleute ihr! Seht, ein kostbarer Brief ist mir überbracht worden.
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Seht, von Suleimān kommt er und lautet: «Im Namen des 'Allāh, des Erhörenden, sich Erbarmenden:
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hebt euch nicht über mich, vielmehr naht mir gottergeben.»”
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Sie sprach: „Hauptleute ihr! Ratet mir in der Sache, die vor mir steht. Nichts entscheid' ich, ohne euch zu befragen.”
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Sie erwiderten: „Wir verfügen über grosse Stärke und Kampfkraft. Doch die Entscheidung liegt bei dir. Bedenke, was du gebieten willst.”
27,34
Sie sprach: „Wahrhaftig, wenn Könige ein Land einnehmen, zerstören sie es und machen dessen vornehmste Bürger zu den niedrigsten. Stets tun sie dergleichen.⁴
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Seht, ein Geschenk werd' ich ihnen senden und abwarten, was die Boten zurückbringen.”
27,36
Und als er zu Suleimān kam, fragte dieser: „Wollt ihr denn meinen Reichtum mehren? Ist doch, was 'Allāh mir gab, besser als alles, was er euch gab. Ihr würdet euch indes eurer Gabe erfreuen!
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Kehre zu ihnen heim. Zu ihnen werden wir mit gewaltigem Heer kommen, dem sie nicht standhalten können. Da werden wir sie in Schmach und Schande treiben.”
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Er fragte: „Hauptleute ihr! Ihren Thron, wer von euch bringt ihn mir, noch bevor sie ergeben bei mir eintreffen?”
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Ein Kraftprotz der Dschinn sagte: „Ich bringe ihn dir, noch bevor du dich von deinem Platz erhebst. Stark genug bin ich wirklich und verlässlich.”
27,40
Da sprach einer der ihren, der schriftgelehrt war: „Ich bringe ihn dir, während dein Auge zwinkert!” Und als er ihn vor sich stehen sah, sprach er: „Eine Gnade ist's meines Herrn, mich zu prüfen, ob dankbar ich bin oder undankbar. Und wer dankbar ist, nur dankbar zu seinem Besten ist er. Und wenn einer undankbar ist - gewiss, unabhängig ist mein Herr und langmütig.”
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Er sprach: „Macht ihren Thron unkenntlich für sie. Wir wollen sehen, ob sie sich rechtleiten lässt oder nicht.”
27,42
Und als sie eintraf, wurde gefragt: „Ist dergestalt dein Thron?” Erwiderte sie: „Es ist, als ob er's wär.” „Kunde erhielten wir bereits vor ihr und waren schon gottergeben.”⁵
27,43
Was sie anstell von 'Allāh verehrt hatte, hatte sie vom Weg abgeführt. Denn sie entstammte einem ungläubigen Volk.
27,44
Gesagt wurde ihr: „Tritt ein in den Palast!” Und als sie ihn sah, vermeinte sie einen Wasserspiegel und entblösste ihre Beine. Er sprach: „Sieh, ein Palast ist's kristallbelegt.” Aus rief sie da: „Herr mein! Sieh, gegen mich selbst sündigte ich. Mit Suleimān ergebe jetzt ich mich 'Allāh, dem Herrn der Welten.”
K O M M E N T A R
1 vgl. Exo.3,1-5
2 Der Wiedehopf (Upupa epops) galt im Orient als Boten- und Zeichenvogel.
3 das Reich Scheb'ā (hebr.) oder Kusch im Jemen
4 Offenbar lehnt die Königin die militärische Eroberungshaltung ab. Bestimmte Islamschulen halten deshalb die Republik für die einzig mögliche Staatsform.
5 Die offensichtliche Textlücke wird verschieden interpretiert.
nach «Der Koran» und Koran Übersetzung