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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zum
TIER im MENSCHEN
1 Man kommt, wenn man diese Dinge wiederum durch Geisteswissenschaft findet, auf die ungeheuer bedeutsame Tatsache, daß die Alten, die aus gewissen traumhaften Schauungen des Weltenalls heraus auch Kenntnisse gehabt haben, die dann verlorengegangen sind, daß diese Alten wirklich, man möchte sagen, mit einer atavistischen Genialität diesen Bilderkreis, der ihnen den Fixsternhimmel repräsentierte, den Tierkreis [ὁ ζῳδιακός] nannten. Ich kann nicht anders als finden, daß uns neuere Geisteswissenschaft, die uns diese Dinge wieder zeigt, aus ganz anderen Untergründen heraus zum Verständnis dessen führt, was aus ahnungsvollem Erkennen einstmals durchschaut worden ist. Man wird, möchte ich sagen, ungeheuer ergriffen, wenn einem da von alten Zeiten Ijer bewahrt ist die Lehre von dem Tierkreise und seiner Wirkung auf den Menschen, und wenn man dann, ganz abgesehen von dem, was da bewahrt ist, durch die Mittel der heutigen Geisteswissenschaft wiederum dazu kommt, Erkenntnisse mit den Konstellationen der Sonne zu den Tierkreisbildern, das heißt zum Fixsternhimmel, zu verbinden. Das ist es, was die neuere Geisteswissenschaft so eng zusammenschließt mit der Weisheit der Alten. Und zwischen uns, die wir suchen wollen die Geisteswissenschaft, und dieser Periode, wo die Weisheit der Alten waltete, haben wir etwas, was zwar notwendig war zur Erringung der menschlichen Freiheit, was aber doch im Grunde genommen darstellt ein Zeitalter der Finsternis.
2 Wir kommen also [beim Reinkarnieren] in den Bereich der Archai und bekommen da eingegliedert, was unser tierisches Wesen ist. Was ist unser tierisches Wesen?
3 Nun, unser tierisches Wesen ist das, was uns zunächst unsere Organe gibt, die ja bis auf die Zahl vielfach ähnlich sind mit den Organen der höheren Tiere. Aber ehe wir noch an die Geburt herankommen, werden wir aus dem bloßen, wenn ich mich jetzt so ausdrücken darf, Tierkreisbereich entlassen und rücken ein in den Bereich der Planeten, Saturn, Jupiter und so weiter. Indem wir in den Bereich der Planeten einrücken, indem wir also der Erde gewissermaßen näherkommen, näher dem Zeitpunkte, wo wir wiederum die menschliche Begrenzung annehmen, wird das, was in uns als das Tierische sich aus kosmischen Gesetzen heraus eingegliedert hat, wenn ich mich so ausdrücken darf, gerichtet. Ehe wir in das Planetensystem, also in die Kräfte des Planetensystems hereingetaucht sind, haben wir zum Beispiel nicht die Richtung mit dem Rückgrat von der Erde weg, mit dem Kopf nach oben gerichtet. Wir haben mehr das, was das Tier in bezug auf seine Richtkräfte beherrscht. Alles, was uns zum Beispiel die Hände als die Organe unseres Seelischen konstruiert, was sie nicht zum Greif-, nicht zum Gehorgan macht, was sie zu Organen macht, die aus den Impulsen des Seelischen heraus sich frei betätigen können, das verdanken wir dann diesem Einflüsse des Planetarischen. Und alles das, was uns hilft als Menschen, bis in die niederste Stufe der tierischen Organisation ein Mensch zu sein, das verdanken wir dann der Konstellation des Mondes zu den übrigen Planeten.
4 Wir werden also geradezu durch das Planetensystem vermenschlicht, indem wir zurückkehren. Ich sagte Ihnen: Der Mensch selber, der sich gestaltende Mensch ist die Welt, die in unserem Bewußtsein bei dieser Rückkehr von der Mitternachtsstunde des Daseins lebt. Wir sehen auch, wie zunächst vorhanden ist alles das, was zuletzt hinpulst nach den tierischen Kräften. Wir durchleben das so, daß wir es eigentlich durchleben wie eine Art von Untergang, wie eine Art von eisigem Vorgang. Aber das ganze wird, ich möchte sagen, gelockert, indem wir in den Planetenbereich treten, und das erst gestaltet die kosmische Welt, die wir so sehen als die Menschenwelt, zu der Welt, die der irdische Mensch darstellt, der sich dem Tierischen entreißt, der herauswächst aus dem Tierischen. Dies erfüllt uns nun. Dies wird der Inhalt unseres Bewußtseins. Wir tragen das, was der Kosmos uns gegeben hat, als ein System von Kräften in uns.
Dornach, 7.Okt.1921 ♀
aus «GA 207»; S.111ff