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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zu den
WELTANSCHAUUNGSASPEKTEN
1 Sie sehen, wie ich es gestern aufgezeichnet habe, reiht sich, von innen nach außen gegangen, im symbolischen Bilde der Empirismus an die Mystik an wie die Sonne an die Venus.[a] Die Seele ist in bezug auf die Stimmung zum Empirismus vorgeschritten und hat sich zugleich in das Zeichen des Rationalismus gestellt. Im Leben der Seele drückt sich das so aus, daß eine solche Seele in ihrer Weltanschauung sich ändert. Was sie hervorgebracht hat, vielleicht gerade wenn sie eine besonders kraftvolle Persönlichkeit war in der Zeit, in welcher bei ihr die Mystik im Zeichen des Idealismus gestanden hat, das wird sie ändern, in eine andere Weltanschauungsnuance übergehen lassen. Sie wird anderes behaupten und sagen, wenn auf diese Weise die Weltanschauungsstimmung der Mystik in Empirismus übergegangen ist und dieser sich in das Zeichen des Rationalismus gestellt hat. Aus dem aber, was ich hier eben auseinandergesetzt habe, können Sie zugleich entnehmen, daß die Menschenseelen einen Zug haben können, Zeichen und Stimmung ihrer Weltanschauung zu ändern. - Für «diese» Seele ist gewissermaßen schon die Tendenz der Änderung angegeben. Nehmen wir an, sie will diese Tendenz im Leben weiterführen. Sie will vorrücken vom Empirismus zur nächsten Seelenstimmung, zum Voluntarismus. Und würde sie auch in den Tierkreiszeichen so vorrücken, so würde sie in den Mathematizismus hineinkommen. Sie würde dann übergehen zu einer Weltanschauung, welche in diesem symbolischen Bilde in einem Winkel von 60 Grad abweicht von der ersten Linie, wo die Mystik im Zeichen des Idealismus gestanden hat. Und es würde eine solche Seele dann im Verlaufe derselben Inkarnation zum Ausdruck bringen ein vom Willen durchdrungenes, auf dem Willen basierendes mathematisches Weltgebäude. Das würde sie zum Ausdruck bringen.
ergänzte Gesamtskizze der Tafelzeichnungen © 1980 by R.Steiner Verlag
2 Da zeigt sich aber eines - und ich bitte, das zu beachten -, es zeigt sich, daß zwei solche Konstellationen, die in der Seele vorhanden sind im Verlaufe der Zeit, sich dann stören, ungünstig beeinflussen, wenn sie so stehen, daß sie einen Winkel von 60 Grad bilden. In der physischen Astrologie ist das eine günstige Konstellation, in der geistigen Astrologie ist diese sogenannte Sextilstellung ungünstig. Das kommt dadurch zum Ausdruck, daß diese letzte Stellung - Voluntarismus im Mathematizismus - ein scharfes Hindernis in der Seele findet, so daß sie sich nicht ausbilden kann, weil sie gar keine Angriffspunkte findet, da der Betreffende gar keine Anlagen zeigt für das, was Mathematik ist. Darin drückt sich das Ungünstige der Sextilstellung aus, daß gar keine mathematischen Anlagen vorhanden sind. Es kann sich also diese Stellung nicht bilden: Voluntarismus im Zeichen des Mathematizismus. Die Folge davon ist nun, daß auch nicht der Versuch gemacht wird, daß die Seelenstimmung in dieser Weise vorrückt. Sondern weil die betreffende Seele jetzt nicht diesen Weg machen kann zum Voluntarismus im Mathematizismus, so legt sie sich von der Stellung, die sie jetzt hat - Empirismus im Rationalismus -, um (siehe Zeichnung) und sucht den Ausweg - stellt sich in Opposition zu der Richtung, die sie noch einhalten kann. Es würde also eine solche Seele nicht so vorrücken zum Voluntarismus, wie es in der Zeichnung durch die punktierte Linie angedeutet ist, sondern sie würde sich mit dem Voluntarismus in Opposition zu ihrem Empirismus im Rationalismus stellen.
ergänzte Skizze der Tafelzeichnung © 1980 by R.Steiner Verlag
3 Das würde auftreten im Zeichen des Dynamismus. Es würde der Voluntarismus in Opposition zum Rationalismus im Zeichen des Dynamismus stehen. Und im Verlaufe ihres Lebens würde eine solche Seele als die ihr mögliche Konstellation die haben, daß sie eine Weltanschauung vertritt, die sich stützt auf ein besonderes Eindringen von Kräften, von Dynamismus in die Welt, durchdrungen von Willen; Wille - der von Kraft durchsetzte Wille. In der spirituellen Astrologie ist es wieder anders als in der physischen Astrologie; in der physischen hat die Opposition eine ganz andere Bedeutung als in der spirituellen. Hier wird die Opposition dadurch hervorgebracht, daß die Seele nicht weiter kann auf einem Wege, der ungünstig ist; sie schlägt um in die Oppositionsstellung.
Berlin, 23.Jän.1914 ♀
aus «GA 151»; S.68ff
a] vgl. Weltanschauungsstimmungen