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Zitatensammlung
Teil 2
Zitat von Karl HEYER zur
ATLANTIS im SOZIALEN
1 Von der Atlantis als der später versunkenen Insel im Westen hat bekanntlich noch Plato gewußt. Auch in der Mythologie der Germanen lebte die Erinnerung an die nebelerfüllte atlantische Welt fort in der Vorstellung von Nifelheim oder Nebelheim.¹ Uns interessiert hier mehr die sozialgeschichtliche Seite der Atlantis.
S.11
2 «Diese Atlantier lebten unter ganz anderen Bedingungen als solche, unter denen die Menschen später lebten. Sie lebten ganz hierarchisch unter der Leitung solcher Eingeweihtenschulen [Orakelstätten]» (wie es später z. B. König Artus und seine Tafelrunde war). «Alles Regieren und Herrschen ging damals von Eingeweihten aus.»⁵
S.12
3a In seiner genannten Schrift [«Aus der Akasha-Chronik»] schildert Rudolf Steiner z. B. eine atlantische Ansiedlung (S. 31): «Eine atlantische Ansiedlung ... trug einen Charakter, der in nichts dem einer modernen Stadt glich. In einer solchen Ansiedlung war vielmehr noch alles mit der Natur im Bunde. Nur ein schwach ähnliches Bild gibt es, wenn man etwa sagt: In den ersten atlantischen Zeiten - etwa bis zur Mitte der dritten Unterrasse - glich eine Ansiedlung einem Garten, in dem die Häuser sich aufbauen aus Bäumen, die in künstlicher Art mit ihren Zweigen ineinander geschlungen sind. Was Menschenhand damals erarbeitete, wuchs gleichsam aus der [Pflanzen-]Natur heraus. Und der Mensch selbst fühlte sich ganz und gar mit der Natur verwandt. Daher kam es, daß auch sein gesellschaftlicher Sinn noch ein ganz anderer war als heute. Die Natur ist ja allen Menschen gemeinsam. Und was der Atlantier auf der Naturgrundlage aufbaute, das betrachtete er ebenso als Gemeingut, wie der heutige Mensch nur natürlich denkt, wenn er das, was sein Scharfsinn, sein Verstand erarbeitet, als sein Privatgut [wörtl. Raubgut] betrachtet.»
Von hier fällt ein Licht auf die Tatsache, daß auch die Eigentumsverhältnisse ganz und gar mit der Bewußtseinsentwicklung des Menschen zusammenhängen. Erst der Verstand sondert den Menschen ab von der Welt und von den anderen Menschen. Erst das unter Mithilfe des Verstandes Erarbeitete [oder Ergaunerte] wird als Privatgut in die ausschließliche Beziehung zu dem einzelnen bestimmten Menschen gebracht. Das Kollektiveigentum entspricht der alten Stufe vollendeter Gruppenhaftigkeit der Menschen. Alle «kommunistischen» Zielsetzungen im weitesten Sinne müssen, von allem anderen abgesehen, darauf geprüft werden, inwieweit sie ein anachronistisches Zurückstreben in urferne Vergangenheitszustände bedeuten, das nicht rechnet mit der inzwischen erfolgten Ich-Entwicklung.
3b Rudolf Steiner charakterisiert die erste atlantische Unterrasse, die Rmoahals. Sie entwickelten mit dem Gedächtnis (das die Lemurier im wesentlichen noch nicht kannten) auch die Sprache. Die Sprache der Rmoahals hatte etwas Naturgewaltiges. Durch die Sprache übten sie eine Art Zaubermacht aus, die sie aber weniger sich selbst, als vielmehr der in ihnen wirkenden göttlichen Natur zuschrieben. «Das wurde schon bei der zweiten Unterrasse (den sogenannten Tlavatli-Völkern) anders. Die Menschen dieser Rasse fingen an, ihren persönlichen Wert zu fühlen. Der Ehrgeiz, der eine den Rmoahals unbekannte Eigenschaft war, machte sich bei ihnen geltend. Die Erinnerung übertrug sich in gewissem Sinne auf die Auffassung des Zusammenlebens. Wer auf gewisse Taten zurückblicken konnte, der forderte von seinen Mitmenschen dafür Anerkennung. Er verlangte, daß seine Werke im Gedächtnis behalten werden. Und auf dieses Gedächtnis von den Taten war es auch begründet, daß eine zusammengehörige Gruppe von Menschen Einen als Führer erkor. Eine Art Königswürde entwickelte sich. Ja, diese Anerkennung wurde bis über den Tod hinaus bewahrt. Das Gedächtnis, das Andenken an die Vorfahren oder an diejenigen, die sich im Leben Verdienste erworben hatten, bildete sich heraus. Und daraus ging dann bei einzelnen Stämmen eine Art religiöser Verehrung Verstorbener hervor, ein Ahnenkultus.» (S. 36.)
3c Rudolf Steiner schildert, wie sich nun Gruppen von Menschen bildeten, die durch die Erinnerung an gemeinsame Taten zusammengehalten wurden. Vorher war die Gruppenbildung ganz von den Naturmächten, von gemeinsamer Abstammung bedingt.
«[...]
Diese Art gesellschaftlichen Zusammenlebens prägte sich erst so recht bei der dritten Unterrasse (den Tolteken) aus. Die Menschen dieser Rasse begründeten daher auch erst das, was man Gemeinwesen, was man die erste Art der Staatenbildung nennen kann. Und die Führung, die Regierung dieser Gemeinwesen ging von den Vorfahren auf die Nachkommen über. Was vorher nur im Gedächtnise der Mitmenschen weiterlebte, das übertrug jetzt der Vater auf den Sohn. Dem ganzen Geschlechte sollten die Werke der Vorfahren nicht vergessen werden. In den Nachkommen noch wurde das geschätzt, was der Ahne getan hatte. Man muß sich nur klar darüber sein, daß in jenen Zeiten die Menschen wirklich auch die Kraft hatten, ihre Gaben auf die Nachkommen zu übertragen.» (S. 37 f.)
[...]
3d In der vierten Unterrasse (den Urturaniern) kam es zu schlimmstem Mißbrauch der Kräfte und Fähigkeiten (Beherrschung der Lebenskraft), über die der Atlantier verfügte. Sie wurden in den Dienst des Ehrgeizes, der Selbstsucht, der Begierden gestellt und wirkten sich so in zerstörender Weise aus. Dagegen konnte nur durch Ausbildung einer höheren Kraft gewirkt werden, die zurückhaltend auf die eigensüchtigen Wünsche wirkte: das war die Denkkraft. Der Ursprung des logischen Denkens liegt bei der fünften Unterrasse, den Ursemiten. Bei ihnen entwickelte sich die Urteilskraft. Man fing an zu rechnen und zu kombinieren. Damit war zugleich ein Keim geschaffen, der sich in der fünften Wurzelrasse (der nachatlantischen) weiter ausbilden konnte. Und damit hängt nun aber zunächst auch die besondere Art zusammen, wie sich bei den Ursemiten das kulturelle und gesellschaftliche Leben ausgestaltete: «... An die Stelle der bloßen Begierden und Gelüste trat die Klugheit. Andere Lebensverhältnisse traten auf. Waren vorhergehende Rassen geneigt, den als Führer anzuerkennen, dessen Taten tief in das Gedächtnis sich eingeprägt hatten oder der auf ein Leben reicher Erinnerung zurückblicken konnte, so wurde jetzt solche Rolle dem Klugen zuerkannt. Und war vordem das maßgeblich, was in guter Erinnerung lebte, so betrachtete man jetzt das als das beste, was dem Gedanken am besten einleuchtete. Unter dem Einfluß des Gedächtnisses hielt man ehedem so lange an einer Sache fest, bis man sie als unzureichend empfand, und dann ergab sich im letzteren Falle von selbst, daß derjenige mit einer Neuerung durchdrang, welcher einem Mangel abzuhelfen in der Lage war. Unter der Wirkung der Denkkraft aber entwickelte sich eine Neuerungssucht und Veränderungslust. Jeder wollte durchsetzen, was seine Klugheit ihm eingab. Unruhige Zustände beginnen daher unter der fünften Unterrasse, und sie führen in der sechsten [der akkadischen] dazu, daß man das Bedürfnis empfand, das eigensinnige Denken des einzelnen unter allgemeine Gesetze zu bringen. Der Glanz in den Staaten der dritten Unterrasse beruhte darauf, daß gemeinsame Erinnerungen Ordnung und Harmonie bewirkten. In der sechsten mußte durch ausgedachte Gesetze diese Ordnung bewirkt werden. So hat man in dieser sechsten Unterrasse den Ursprung von Rechts- und Gesetzesordnungen zu suchen.» (S. 41 f.)
3e Die siebte atlantische Unterrasse waren die Mongolen. Sie bildeten gleichfalls die Denkkraft aus, zeigten aber auch in erheblichem Maße Eigenschaften der früheren (vorursemitischen) Unterrassen, besonders der Urturanier.⁸
Atlantisch-mongolische Wesensart wirkt in den späteren, nachatlantischen Mongolen [Ainu, Chinesen, Indianer, Japaner, Tibeter usw.] aufs stärkste nach. Charakteristisch dafür ist beispielsweise ein chinesisches Wort über den Kaiser: «Der Himmel spricht nicht; er läßt durch einen Menschen seine Gedanken verkünden», d. h. nämlich durch den «Sohn des Himmels», eben den Kaiser. Seine Verfehlungen wirken durch den ganzen Kosmos hindurch und führen zu Erschütterungen in der Natur.⁹ In solcher Gesinnung drückt sich unmittelbar atlantisches Empfinden aus bzw. eine Denkart, die in der Atlantis volle Realität hatte, eine Realität, die sich besonders bei den Verfehlungen der Urturanier so furchtbar auswirkte. Durch sie wurden verderbliche Naturmächte entfesselt, was zur allmählichen Zerstörung des atlantischen Gebiets durch Luft- und Wasserkatastrophen führte.¹°
S.13ff
1 Es sei hier auf das verdienstvolle Buch von Ernst Uehli, «Atlantis und das Rätsel der Eiszeitkunst», Stuttgart, 3. Auflage 1980, verwiesen, wo in umfassender Weise von den verschiedensten Gesichtspunkten das Atlantisphänomen behandelt wird. Vgl. auch Sigismund von Gleich, «Der Mensch der Eiszeit und Atlantis», Stuttgart 1936.
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5 Vortrag von Rudolf Steiner vom 29.Juli 1906 in Landin, in GA 97.
[...]
8 Vgl. hierzu den Aufsatz von Sigismund von Gleich «Turanisch-mongolische Wesenszüge» in der «Korrespondenz der Anthroposophischen Arbeitsgemeinschaft», IV 6 (März 1935).
9 Zitiert von Oswald Spengler in «Der Untergang des Abendlandes» Bd. II, München 1922, S. 462.
10 Vgl. Rudolf Steiner, «Die Geheimwissenschaft im Umriß», GA 13, Dornach 1968, S. 267.
S.244
aus «Von der Atlantis bis Rom»