zum IMPRESSUM
Zitatensammlung
Teil 2
Zitate zu den
PLANETENSIEGELN
1a Die „Umsetzung” der Kapitelmotive in „Vignettenform”, die bei diesen sieben Siegeln [a] vorliegt, ist sehr einschneidend. Den anstelle des sich bei den sieben Säulen immer neu metamorphosierenden Zusammenwirkens der Kräfte von oben und unten tritt bei den sich nach allen Seiten frei entfaltenden Siegeln das sich wandelnde Zusammenwirken eines äußeren, eines mittleren und eines inneren Motives. Dazu tritt ein weiteres Motiv, das, aus dem Umkreis hereinwirkend, vom Mondensiegel ab sichtbar wird.
1b Um die Metamorphosen dieser vielfältig ineinanderklingenden Formen in allen Einzelheiten der in ihnen zusammenwirkenden Motive verfolgen zu können, ist es notwendig, innerhalb der ganzen Formzusammenhänge auch jede Einzelheit der ursprünglich vorhandenen oder später neu auftauchenden Motive einmal für sich allein zu betrachten und weiterzuverfolgen. Dafür kann es vielleicht eine Hilfe sein [...] der Versuch [...], jedes Motiv für sich zu kennzeichnen und es dabei noch nicht aus den Zusammenhängen, in denen es in immer neuer Umgestaltung lebt, herauszulösen.
1c Geht man diesen Weg, so wird nachher der innere Zusammenklang der Formmotive dieser Siegel, auf den es ankommt, wohl um so schöner wirken. Man wird durch das liebevolle und eingehende Verfolgen jeder Einzelform mit immer größerem Staunen feststellen, welche Fülle von Formideen bei diesen sieben Zeichen ineinanderklingt.
1d Der Eintritt in das unendliche Reich der Metamorphosen, der Gestaltungen und Umgestaltungen, führt zu immer neuen Entdeckungen. Jede Stufe des inneren Bemühens eröffnet wieder neue Gesichtspunkte des Betrachtens, des Erlebens dieser Formen.
Friedrich Kempter
aus «Sieben Zeichen»; S.11f
2a Rudolf Steiner entwarf die ersten fünf dieser Siegelformen* erstmalig für das Programmheft des theosophischen Kongresses in München an Pfingsten 1907.² Aus diesen Siegelformen sind dann gleichsam auch die Säulen mit ihren Kapitellen gleicher Formelemente gewachsen, die als plastische Zeichnungen den Kongreßsaal schmückten. Dabei lebt das Mittelpunktgeheimnis der Siegel in der Aufrichtekraft und der zentralen Rundform der Säulen und Kapitelle ebenso wie dann auch bei den nachfolgenden Bauten Rudolf Steiners (Modellbau in Malsch, Stuttgarter Zweighaus und erstes Goetheanum in Dornach).
* Die beiden letzten Planetensiegel gestaltete Rudolf Steiner erst 1911 für die Räume im Stuttgarter Zweighaus.
2b Von diesen Siegeln sagte Rudolf Steiner selbst: Die Planetensiegel «sind nicht erfunden, sondern es sind ... Vignetten der okkulten Schrift. Wer jede Linie, alle Krümmungen und Striche verstehen lernt, hat etwas von dem verstanden, wie in der okkulten Zeichensprache die menschliche Evolution geschrieben ist.»³
2c Was sagt uns das bezeichnende Wort «Siegel»? Siegel enthalten Formen, die immer neu in verschiedenen Medien sichtbar werden können. So wirken in den großen Evolutionsepochen der Welt [b] charakteristische Formkräfte, die sich wie Signaturen im Weltenwerden den Erscheinungen immer wieder einprägen, als Metamorphosen eines Urschöpferprinzips, welches im Johannes-Evangelium als das Wort - der Logos [ὁ λόγος] -, ohne den nichts von allem Gewordenen entstanden ist,[c] erscheint.
S.7f
2 Rudolf Steiner: «Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongreß Pfingsten 1907 und seine Auswirkungen» GA 284
3 Rudolf Steiner: «Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes», Teilnehmeraufzeichnungen von vier Vorträgen, München 1907 und zwölf Vorträgen, Kristiania (Oslo) 1909, GA 104a (Vortrag vom 15. 5. 1907 und vom 22. 4. 1907)
S.47
Beate Rust
aus «Die Planeten-Siegel Rudolf Steiners»
a] siehe Mbl-B.36a-g
b] siehe Mbl.6
c] vgl. Jh.1,3