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| Gedichtsammlung |
| Indras Kampf mit dem Drachen |
| 1. Indras Heldentaten will ich nun verkünden, die der Donnerkeilbewehrte als erste vollbracht hat. Er tötete den Drachen, brach die Wasser auf³, er spaltete die Leiber der Berge. |
| 2. Er tötete den Drachen, der sich
auf dem Berg niedergelassen hatte. Tvasṭr hatte ihm den schwirrenden Donnerkeil geformt. Wie brüllende Milchkühe eilend kamen die Wasser geradewegs herab zum Meer. |
| 3. Brünstig wie ein Stier wählte
er den Soma; an den Trikadruka-Tagen trank er vom ausgepreßten Saft. Maghavan ergriff den zum Schleudern bestimmten Donnerkeil und tötete ihn, den Erstgeborenen der Drachen. |
| 4. Als du, o Indra, den Erstgeborenen
der Drachen tötetest und dann die Zaubereien der Zauberer überlistetest, als du Sonne, Himmel, Morgenröte schufest, von da ab fandest du wahrhaftig keinen Feind mehr. |
| 5. Indra tötete den Vṛtra,
den schlimmen Vṛtra, den Breitschultrigen, mit dem Donnerkeil, seiner großen Waffe. Wie mit der Axt abgehauene Baumstämme, so liegt der Drache platt auf der Erde. |
| 6. Denn er hatte wie ein schlechter Kämpfer
betört den großen Helden, den viele Bedrängenden, Voranstürmenden, herausgefordert. nicht hielt er dem Anprall seiner Waffen stand; mit gebrochener Nase zerschmettert wurde der Indrafeind. |
| 7. Fußlos, handlos bekämpfte
er den Indra. Dieser schlug ihm die Keule zwischen die Schultern. Der Kastrat, der dem Stier gewachsen sein wollte, der Vṛtra, lag vielfach verstümmelt. |
| 8. Über den wie geschnittenes Rohr
Liegenden gingen die ansteigenden Gewässer des Manu hinweg. Die Vṛtra mit seiner Größe (einst) umspannt hatte, zu deren Füßen lag der Drache (nun). |
| 9. Nieder ging die Kradft der Vṛtra-Mutter; auf sie hatte Indra die Waffe geschleudert. Oben lag die Mutter, untern der Sohn. Es liegt die Dānu wie die Kuh zusammen mit dem Kalb. |
| 10. Inmitten der nicht stillstehenden,
nicht rastenden Strombahnen war sein Körper niedergelegt. Die Wasser gehen über Vṛtras geheimen Ort hinweg. In tiefes Dunkel versank der Indrafeind. |
| 11. Als Dāsa-Frauen vom Drachen
bewacht, waren die Gewässer eingesperrt wie die Kühe von Paṇi. Er⁴ tötete den Vṛtra und öffnete die Höhlung der Gewässer, die verstopft war.⁵ |
| 12. Ein Pferdehaar warst du da⁶,
o Indra, als er dich gegen das Geschoß schlug. Als einzigartiger Gott hast du die Kühe erobert; du erobertest, o Held, den Soma, du befreitest die sieben Flüsse⁷ zum Laufen. |
| 13. Nicht half ihm Blitz, nicht Donner, nicht Nebel, noch Hagel, den er ausstreute. Als Indra und der Drache kämpften, siegte der Gabenreiche auch für alle Zukunft. |
| Rigveda |
| ³ Das heißt, er befreite sie vom Eise. ⁴ Indra ⁵ Auch dies deutet auf die Befreiung der Gewäser vom Eise. ⁶ Anspielung auf eine zauberische Verwandlungskunst des Indra. ⁷ Die sieben Flüsse sind: Indus, Jhilam, Chenab, Ravi, Bias, Satlej und die historische Sarasvati. |
| aus «Älteste indische Dichtung»; S.8f |
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| revid.202604 |
| https://wfgw.diemorgengab.at/zit/WfGWged00197.htm |