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Zitatensammlung
Teil 2
Zitat zur
HAUSARBEIT und GESUNDHEIT
Hausarbeit sei so gesund wie Sport, berichtet der Österreichische Rundfunk, obschon weder Abwaschen, noch Staubsaugen besonders beliebt seien, von Teppichklopfen ganz zu schweigen. Im Gegensatz zu Putz- und Waschdiensten werde Hausarbeit nicht einmal bezahlt. Dafür jedoch nutze sie der Gesundheit. Vor allem älteren Menschen kämen die alltäglichen Tätigkeiten zugute, denn sie hielten geistig und körperlich fit.
Mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Erwachsenen. In Wirklichkeit bleibe mehr als ein Viertel aller Menschen hinter diesen Empfehlungen zurück, das habe eine weltweite Studie ergeben.[a] Besonders in wohlhabenden Weltgegenden verbrächten die Menschen weit mehr Zeit vor dem Bildschirm oder im Lehnstuhl, als gesund wäre; in Ländern mit niedrigem Durchschnittseinkommen dagegen zweimal weniger.
Steigender Wohlstand schafft zunehmend sitzende Berufe. Zur Fortbewegung werden bequeme Transportmittel benutzt. Und wer es sich leisten kann, lagert lästige Pflichten wie Putzen und Waschen ebenfalls aus. Die alltäglichen Gelegenheiten, sich fast ohne Geräte und ohne Sportkleidung zu bewegen, schwinden. Dabei kommt es gar nicht darauf an, wie, sondern dass man sichbewegt.
Eine in Singapur durchgeführte Studie, an der rund 500 zufällig ausgewählte Erwachsene im Alter zwischen 21 und 90 Jahren teilnahmen, hat den körperlichen Nutzen von Hausarbeit untersucht.[b] Jene älteren Probanden, die häufig und intensiv Hausarbeiten verrichteten, hätten sich körperlich und geistig fitter erwiesen als ihre weniger regsamen Altersgenossen, etwa bei Gedächtnisstärke und Muskelkraft. Bei mentalen Tests schnitten sie insgesamt um 5 bis 8 Prozent besser ab. Wer besonders oft schwere Tätigkeiten erledigt, erzielte bei der Aufmerksamkeitsspanne sogar um bis zu 14 Prozent höhere Werte. Die hoch Alltagsaktiven unter ihnen konnten auch deutlich schneller aufstehen und besser balancieren. Fähigkeiten wie diese schützen übrigens vor Unfällen und Stürzen.
Bei den jüngeren Studienteilnehmern war der positive Effekt der Hausarbeit allerdings nicht messbar. Das mag daran liegen, dass diese weder kognitiv noch motorisch so signifikant abgebaut hatten, wie das mit zunehmendem Alter geschieht.
Derlei Studien können freilich nur Korrelationen feststellen. Dennoch wird von einem kausalen Zusammenhang ausgegangen, da frühere Arbeiten bereits aufzeigen, wie gesund jede Bewegungsart ist. Hausarbeit ist eben eine einfache Möglichkeit, Bewegung in den Alltag einzubringen.
ORF.at am 27.XI.2021 um 9h
a] publiziert in »The Lancet« (englisch)
b] publiziert in »BMJ Open« (englisch)