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Zitatensammlung
Teil 1
Zitate von Rudolf STEINER zu
EPIDEMIEN und SCHLAF
1a Nun kann ich nur, ich möchte sagen, referierend einen gewissen Satz angeben, der aber ein ganz gesichertes Ergebnis der Geisteswissenschaft ist. Wir sehen im Leben sogenannte epidemische Krankheiten auftreten, Krankheiten, die ganze Menschenmassen ergreifen, die also durchaus eine soziale Angelegenheit zu gleicher Zeit sind. Die gewöhnliche materialistische Wissenschaft studiert sie am menschlichen physischen Organismus. Sie weiß nichts davon, welche ungeheure Bedeutung gerade für Epidemien und für die Dispositionen für epidemische Krankheiten in dem anormalen Verhalten des Menschen zu Wachen und Schlafen liegt. Dasjenige, was im menschlichen Organismus während des Schlafens geschieht, ist etwas, was, wenn es zum Beispiel im Überflüsse geschieht, im hohen Grade für sogenannte epidemische Krankheiten prädisponiert. Menschen, die sich durch einen zu langen Schlaf Prozesse im menschlichen Organismus bereiten, die nicht da sein sollten, weil der Schlaf nicht so lange das Wachleben unterbrechen sollte, die sind in ganz anderer Weise für epidemische Krankheiten prädisponiert, und die stellen sich auch in Epidemien in einer ganz anderen Weise hinein.
1b Nun können Sie von selbst ermessen, was es bedeutet, die Menschen aufzuklären über die richtige Verteilung von Schlafen und Wachen. Das können Sie nicht durch Vorschriften. Sie können allenfalls den Leuten vorschreiben, daß sie ihre Kinder nicht zur Schule schicken, wenn sie Scharlach haben. Sie können nicht Vorträge abhalten, wenn die Grippe herrscht: da parieren die Leute, weil ja heute der Mensch zur «Freiheit» neigt, ich meine, das «Autoritätsgefühl» nicht so groß ist wie in früheren Zeiten; da parieren also die Menschen.[a] Ich sage nicht, daß sie nicht mit Recht parieren, ich sage nichts gegen das, was auf diesem Wege geschieht, aber Sie können unmöglich in derselben Weise den Menschen vorschreiben: Ihr müßt sieben Stunden schlafen. - Dennoch ist das wichtiger als die anderen Vorschriften, daß die Menschen, die es nötig haben, sieben Stunden schlafen, die anderen, die es nicht nötig haben, viel kürzer schlafen dürfen und so weiter. Solche Dinge aber, die so intim mit dem Persönlichsten des Menschenlebens zusammenhängen, die haben in großartiger Weise eine soziale Wirkung. Da hängt es tatsächlich von dem Intimsten im Menschen ab, wie die sozialen Auswirkungen geschehen, ob eine größere oder geringere Anzahl diesem oder jenem Beruf entzogen werden, wodurch unter Umständen auf einen ganz anderen Ort eine Wirkung ausgeübt wird, oder nicht. Da greift in der Tat die Hygiene in ungeheurer Weise in das soziale Leben hinein. Ganz abgesehen davon, was man über Ansteckung oder Nichtansteckung denkt, es greift bei Epidemien dieses Element in das soziale Leben ein. Da können Sie nicht durch äußere Vorschriften wirken, da können Sie nur wirken, wenn Sie in die menschliche Sozietät hineinbringen ein Laienpublikum, das mit Menschenverständnis dem aufklärend für Prophylaxe wirkenden Arzte gegenübersteht, wo immer ein lebendiges Zusammenwirken zur Erhaltung der Gesundheit zwischen dem Sachverständigen und dem menschenverständigen Laien eintreten kann.
Dornach, 7.Apr.1920 ☿
aus «GA 314»; S.242f
a] Als Schutzheilige ua. gegen Seuchen gilt in röm.-katholischen Gemeinden die heilige Corona.
2 [...] Das, was der Mensch redet, ist nicht von einer so großen Bedeutung, aber das, was dann zurückgeht auch in die Gefühls- und Willensnatur des Menschen, das webt in seinen Organen, und die Menschen, wenn sie sich nicht geistig vertiefen, werden überhaupt nicht richtig schlafen können. Das ist das, was wesentlich ist. Lassen Sie die Menschen heute ohne eine solche Vertiefung, was wird die Folge sein? Die Folge wird sein, daß kaum das Jahr 1940 bis 1950 herangekommen zu sein braucht, und Sie werden über immer größere Strecken weit ausgebreitete Epidemien der Schlaflosigkeit erleben. Solche Menschen werden überhaupt nicht mehr für die menschliche Zivilisation wirken können. [...]
Dornach, 23.Apr.1924 ♂
aus «GA 316»; S.188
siehe weiters Bazillen und Helferwillen