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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zur
LICHTUMWANDLUNG
1 [...] Wir sind fortwährend vom Licht umgeben, von dem Licht, das - wie Sie aus der Naturwissenschaft wohl behalten haben - die größte Bedeutung für die Entwickelung der außermenschlichen Wesen hat, namentlich die größte Bedeutung hat für die Entwickelung der gesamten außermenschlichen Flora. Wir sind von diesem Lichte umgeben. An der Grenze zwischen uns und der Außenwelt geschieht aber mit diesem Lichte, also mit etwas rein Ätherischem, etwas sehr Bedeutsames: es wird umgewandelt. Und es muß umgewandelt werden. Sehen Sie, gerade so, wie der Pflanzenwerdeprozeß vom Menschen aufgehalten wird, wie dieser Pflanzenwerdeprozeß, ich möchte sagen, abgebrochen wird und wie ihm entgegengearbeitet wird durch den Prozeß der Entstehung der Kohlensäure, so wird auch dasjenige, was im Lichtleben ist, im Menschen abgebrochen. Suchen wir daher das Licht im Menschen, so muß es etwas anderes sein, so muß es eine Metamorphose des Lichtes sein. Wir finden in dem Augenblicke, wo wir die Grenze des Menschen nach innen überschreiten, eine Metamorphose des Lichtes. Das heißt, der Mensch wandelt in sich nicht nur die gewöhnlichen äußeren ponderablen Naturvorgänge um, sondern der Mensch wandelt auch das Imponderable um, das Licht. Er macht es zu etwas anderem. Wenn sich nun der Tuberkelbazillus im Menschen wohl befindet, während er am Sonnenlichte sofort krepiert, so bezeugt eine solche Tatsache, wenn man sie richtig wertet, einfach, daß in dem Umwandelungsprodukt des Lichtes, das im Innern des Menschen auftritt, das Lebenselement dieses Bazillus schon ist, daß also, wenn er darinnen zu viel gedeiht, mit diesem umgewandelten Lichte es irgendwie nicht richtig stehen muß. [...]
[...]
2 Das bitte ich Sie durchaus zu berücksichtigen, daß der Mensch einfach dadurch, daß er Mensch ist, fortwährend aufgespeichertes metamorphosiertes Licht in sich hat. Das ist nötig zu seiner Organisation. Vollzieht sich der Wechselprozeß zwischen dem Menschen und dem äußeren Sonnenlicht nicht in der richtigen Weise, dann wird ebenso, wie bei der Abmagerung dem Körper Fett entnommen wird, das er für sich braucht, ihm unter solchen Einflüssen das metamorphosierte Licht entzogen. Und der Mensch steht in einem solchen Falle vor einem Dilemma, entweder sein Oberes erkranken zu machen oder seinem Unteren zu entziehen dasjenige, was er für das Obere braucht, das heißt: das Untere erkranken zu machen, indem er ihm das metamorphosierte Licht entzieht.
3 Sie sehen daraus, daß der Mensch einfach zu seiner Organisation nicht nur die von außen her kommenden und umgewandelten ponderablen Substanzen braucht, sondern daß eine richtige Betrachtung des Menschen uns darauf hinweist, daß in ihm auch imponderable Substanzen, ätherische Substanzen vorhanden sind, aber in Metamorphose. Daraus ersehen Sie aber, wie wir durch solche Grundlagen die Möglichkeit schaffen, gerade eine richtige Anschauung auszubauen für die heilende Wirkung des Sonnenlichtes, zum Beispiel auf der einen Seite dadurch, daß wir den Menschen direkt dem Sonnenlichte aussetzen, um wiederum zu regulieren seinen in Unordnung gekommenen Wechselprozeß mit dem umgebenden Sonnenlicht, oder ihn andererseits auszusetzen innerlich solchen Substanzen, welche dasjenige ausgleichen, was sich in Unregelmäßigkeit abspielt als Entziehen des metamorphosierten Lichtes. Dieses Entziehen des metamorphosierten Lichtes muß man paralysieren mit dem, was aus den Heilmitteln kommen kann. Da können Sie hineinschauen in die menschliche Organisation.
[...]
4 Da bitte ich Sie zu beachten, daß das Vogelgeschlecht infolge seiner mangelhaften Harnblase und seines mangelhaften Dickdarms einen fortwährenden kontinuierlichen Ausgleich hat zwischen Aufnehmen und Abscheiden. Der Vogel kann im Fluge abscheiden, er hält die Nahrungsüberreste nicht in sich auf, er lagert das nicht ab. Er hat dazu keine Gelegenheiten. Und würde er sie ablagern, so wäre es sogleich eine Krankheit, die ihn ruinieren würde. Insofern wir Menschen sind, physische Menschen sind, sind wir gewissermaßen - wie man entgegenkommend der heutigen Anschauung sagen kann - über den Vogel hinausgeschritten in seiner Entwickelung, wie man richtiger sagen könnte: unter den Vogel heruntergestiegen. Für den Vogel ist tatsächlich nicht nötig, daß er jene starken Kämpfe entwickelt gegen eine Darmflora, die in ihm gar nicht vorhanden ist, wie sie nötig ist beim höheren Tiere oder beim Menschen. Aber in bezug auf eine, ich möchte sagen, etwas höher gelegene Tätigkeit bei uns, in bezug auf die Tätigkeit der Umwandelung des Ätherischen zum Beispiel, was ich jetzt besprochen habe, der Umwandelung des Lichtes in seiner Metamorphose, da stehen wir auf dem Standpunkt des Vogels. Wir haben einen physischen Dickdarm und eine physische Blase, aber wir sind Vögel in bezug auf unseren Ätherleib, was diese Organe anbetrifft. Die sind tatsächlich im Kosmos dynamisch nicht vorhanden. Da sind wir darauf angewiesen, daß wir unmittelbar, indem wir das Licht empfangen, es auch verarbeiten und die Ausscheidungsprodukte wiederum abgeben. Und tritt da eine Störung ein, so ist sie eine Störung, der gar kein Organ entspricht, die wir also ohne Schädigung der Gesundheit nicht ohne weiteres ertragen können. So daß wir, wenn wir den Vogel mit seinem kleinen Gehirn betrachten, uns klar sein müssen, daß er im Makrokosmischen ein Abbild unserer feineren Organisation ist. Wollen Sie daher den Menschen studieren in bezug auf das, was als feinere Organisation sich abdrückt in seiner gröberen Organisation, die unter den Vogel heruntergeschritten ist, dann müssen Sie eben makrokosmisch die Vorgänge der Vogelwelt studieren.
Dornach, 24.Mär.1920 ☿
aus «GA 312»; S.86ff