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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zu
SULPHUR- und EISENPROZESS
1 So können wir mit verständnisvoller Verehrung hinschauen auf die weisheitsvolle Führung des Kosmos. Wir wissen ja, der Mensch braucht gerade deshalb diese animalische Natur, weil er in ihrer Überwindung allein diejenigen Kräfte entwickeln kann, die ihn zum vollen Menschen erst machen. Und der Mensch könnte diese Begierdennatur, dieses Animalisierende nicht haben, wenn dieses Animalisierend-Begierdenhafte nicht auch ein Teil des Kosmos wäre. So ist denn das Sulfurische, das Schwefelartige, Ahrimanisch-Schwefelartige gewissermaßen der eine Pol draußen im Kosmos, und die Pfeile, welche vom Kosmos durch den Raum gesandt werden zur Bekämpfung dieses Schwefelhaften, dieses Sulfurischen, die sind dann konzentriert im Meteoreisen, in den meteorischen Geschossen möchte ich sagen, des Weltenalls.
2 Nun aber ist der Mensch ein wirklicher Mikrokosmos, wirklich eine kleine Welt. Alles, was draußen in der großen Welt sich offenbart in solch majestätisch-gigantischen Erscheinungen, wie es die meteorischen Erscheinungen sind, das offenbart sich auch im Inneren selbst seines physisch Wesenden. Denn dieses physisch Wesende ist nur ein Ausdruck, eine Offenbarung seines geistigen Wesens. Und so tragen wir in uns, gewissermaßen von dem animalischen Unteren des Menschen ausgehend, das Sulfurische. Wir müssen uns sagen, dieses Sulfurisch-Ahrimanische durchstürmt den menschlichen Organismus, regt seine Begierdennatur auf, regt seine Emotionen auf. Wir fühlen es im Inneren, wir schauen es zur Hochsommerzeit in der kosmischen Begierdendecke über uns. Wir schauen aber auch, wie in diese kosmische Begierdendecke hineinschießen die Eisenpfeile des Meteorischen, reinigend und klärend, gewissermaßen als Gegenpol gegen das Animalisch-Begierdenhafte. Denn in diesem Hineinschießen der Meteoreisenpfeile aus dem Kosmos reinigt sich die animalisch-begierdenhafte Decke der Hochsommerzeit über uns.
3 So wie das aber draußen im großen Kosmos grandios, majestätisch geschieht, so geschieht es fortwährend auch in uns. Wir erzeugen in uns die Eisenteilchen [Hämoglobin] unseres Blutes in Verbindung mit andern Stoffen, und während auf der einen Seite durch unser Blut pulsiert der Sulfurisierungsprozeß, wirkt entgegen als anderer Pol innerlich meteorisch das innerliche Eisen, dasselbe ausführend, was draußen im Kosmos vom meteorischen Eisen ausgeführt wird. Wir dürfen uns das Verhältnis des Menschen zum Kosmos so vorstellen, daß wir in dem Aufleuchten des Meteorischen das kosmische Gegenbild desjenigen finden, das fortwährend in uns millionen- und millionenfach ein meteorisch innerliches Aufleuchten ist dessen, was aus dem Eisen unseres Blutes uns befreit, uns klärend, uns reinigend gegen den Sulfurisierungsprozeß, der in eben diesem Blute vor sich geht.
4 So sind wir ein innerliches Abbild des Kosmos. Der Kosmos vollzieht das zur Hochsommerzeit. Der Mensch, weil er emanzipiert von der Natur in bezug auf die Zeit in dieser Natur darinnen steht, hat fortwährend diese Hochsommerzeit neben den andern Jahreszeiten in sich, wie er fortwährend in der Erinnerung dasjenige in sich hat, was er früher erlebt hat. Draußen verschwindet es, im Inneren bleibt es. So ist es auch mit dem, was den Menschen als Mikrokosmos gegenüber dem Makrokosmos darstellt. Aber der Mensch muß das, was er also in seinem physischen Leibe trägt, geistig-seelisch erfassen, er muß es in sich erleben können, also dieses meteorische Hineinschießen des Bluteisens in den Blutsulfur so erleben können als die Freiheit, als die Initiative, als die Stärke seines Willens. Sonst bleibt es in ihm ein im höchsten Falle animalischer oder vegetativer Prozeß. Darin besteht ja gerade unser Geistig-seelisch-Werden als Mensch, daß wir die Prozesse, die in uns sich so abspielen wie dieser Eisen-Sulfurprozeß, mit dem Geistig-Seelischen in uns erfassen, das Geistig-Seelische in sie als Impuls hineinsenden. Geradeso, wie wir in der Lage sind, wenn wir uns ein Werkzeug machen, wenn wir das Werkzeug handhaben können, mit Hilfe dieses Werkzeuges dieses oder jenes zu tun, können wir dasjenige, was in uns wirkt und lebt wie dieser Eisen-Sulfurprozeß, in unseren Dienst stellen durch unseren Willen, wenn wir es eben handhaben, wenn wir als Menschen handhaben dasjenige, was innere Prozesse unseres Leibes sind.
5 Schauen wir jetzt vom Menschen noch einmal zurück zum Kosmos. Das, was sich da draußen abspielt im Kosmos, es ist eine ernste Mahnung an den Menschen. Denn es erinnert wirklich dieser Meteoreisenprozeß im Kosmos an unser physisches Innere, das aber in den Dienst unseres geistigen Inneren gestellt werden kann. Jetzt kommen wir darauf, welche Deutung wir jener ehernen Schrift im Astrallichte zu geben haben:
[siehe Michael-Imagination]
Stuttgart, 15.Okt.1923 ☽
aus «GA 229»; S.91f