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Zitatensammlung
Teil 1
Zitat von Rudolf STEINER zum
VOKALISMUS des KOSMOS
1a Jetzt sehen Sie wiederum, daß uns das Sehertum in Zusammenhang bringt mit dem, was wir die Pforte des Todes nennen. Man kann sagen, daß man eigentlich das, was Tod ist, was Tod bedeutet, nur dadurch anschauen kann, daß man sich aufschwingt zu den Seelenstimmungen, die herauskommen durch die geschilderten Erfahrungen. Denn dadurch ergreift man die menschliche Individualität außerhalb des physischen Leibes, und man weiß dann, wie sie außerhalb des physischen Leibes sogleich aufgenommen werden muß in den Schoß der Wesenheiten der höheren Hierarchien, damit sie nicht zerstörend, nicht todbringend wird dem eigenen Wesen auf dem physischen Plan. Und real, unendlich real wird das Gefühl des Ruhens der menschlichen Seele im Schoße eines Wesens der höheren Hierarchien. Nun lernt man erst wissen, wie es jenseits des Todes aussieht. Man weiß: Hier auf der Erde sind wir umgeben vom Mineralreich, Pflanzen-, Tier- und Menschenreich. Jenseits des Todes treten wir ein in den Schoß der höheren Hierarchien, deren Umgebung wir ebenso angehören wie hier der Umgebung der uns umgebenden physischen Wesenheiten. Ein gewisses Gefühl der Zusammengehörigkeit mit den Wesen der höheren Hierarchien greift in unserer Seele Platz. Mit diesem Gefühl können wir uns durchdringen. Und wir lernen so recht kennen, daß ein wahrhaftiges Eindringen in die geistigen Welten gar nicht möglich ist, ohne gewisse Gefühle mit sich zu bringen, die man religiös-fromme Gefühle nennen kann, Gefühle des Hingegebenseins an die höhere geistige Welt. Aber diese Gefühle sind in bestimmter Weise so nuanciert, wie ich es eben geschildert habe.
1b Das kann eine bestimmte Seelenstimmung hervorrufen. Diese Seelenstimmung braucht man. Ich kann nicht anders sagen, als daß man die Seelenstimmung des Ruhens in den geistigen Welten braucht, die man sich aneignet durch das, was ich geschildert habe. Diese Seelenstimmung braucht man für das wirkliche Erleben der geistigen Welten so, wie man in der physischen Menschenwelt, damit man sich mit den andern Menschen verständigen kann, in die Notwendigkeit versetzt ist, durch seinen Kehlkopf und die anderen Sprechwerkzeuge ein I hervorzubringen. Was in der gewöhnlichen Menschensprache möglich macht, ein I hervorzubringen, das macht in den höheren Welten die Seelenempfindung, die aus der Hingegebenheit fließt. Sie ist einer der Vokale der höheren Welten, diese Art des Hingegebenseins. Und man kann nichts wahrnehmen, nichts lesen und hören in den höheren Welten, wenn man nicht gleichsam diese Seelenstimmung hinhalten kann - und dann abwartet, was einem die Wesenheiten der höheren Welten mitzuteilen haben, weil man ihnen diese Seelenstimmung entgegenhält. Aus solchen Stimmungen der Seele, aus solcher Art zu stehen gegenüber den höheren Welten, setzt sich der Vokalismus des Kosmos zusammen.
Dornach, 5.Okt.1914 ☽ (aus «GA 156»; S.51f)
Ergänzung
2a Die fünf Vokale „A, E, I, O, U” sind die gestaltenden Mächte des Mineralreiches: Klingt in die noch weiche, empfindliche, kieselige Gallertmasse das U hinein, so bildet sich der prismatische Mantel eines Kristalls. Mit dem „I” zentriert sich der Mantel um eine Achse. Mit dem hereintönenden „E” kreuzen sich die Nebenachsen im „I” und bilden die Kanten. Durch das „O” werden die Ecken umfasst und in Harmonie gesetzt. Mit dem „A” wird dem Kristall an beiden Enden ein Hütchen aufgesetzt. Jetzt hat sich im Kristall ein vom Kosmos abgeschlossener Freiheitsraum gebildet. Aus dem geistigen Gegenraum ist ein Raum entstanden. [...] Konsonanten variieren das Urbild, welches im klassischen Bergkristall [SiO2] in Erscheinung tritt. Dem Bergkristall liegt der Freiheitsgedanke zugrunde. Freiheit und Liebe gehören zusammen. Sie finden ihre Vollendung, wenn sich die im Kreis verlorene Fünfheit im Dodekaeder wieder harmonisch zum Globus zusammenfügt.
S.92
2b Diese [kosmisch konsonatischen] Impulse entsprechen den Urlauten der geistigen Sprache und werden zum Stoff der Erde. Indem der Urlaut auf lebendige, wässrige Gallerte stösst, differenziert sich dieses Urwasser zum Organismus, in dem lebendig der Stoff [a] geboren wird. Im Bewusstseinszustand der Inspiration können Stoffe als tönend wahrgenommen werden. Beseelt sich diese kosmische Sprache mit den Vokalen im Durchgang durch die Planetensphären, so entstehen die klassischen sieben Metalle. Konsonanten, Vokale, Metalle und Stoffe sind verschiedenen Äusserungen auf dem Weg von Gott zum Stein. Vokale und Metalle und Planeten hängen wie folgt zusammen:
Vokal A mit Kupfer und Venus: Des Himmels liebgetragener Schönheit
Vokal E mit Eisen und des Mars erschaffendem Erklingen
Vokal I mit Quecksilber und Merkurs Glieder und Lunge bewegendem Schwingen
Vokal O mit Zinn und Jupiters erstrahlender Weisheit
Vokal U mit Blei und Saturns weltenalter Geistinnigkeit
Vokal EI mit Silber und des Mondes Gewalt
Vokal AU mit Gold und der Sonne kraftspendenden Lichtgestalt [b]
2c Die fünf Vokale und deren Kombinationen gehören zur Sprache der Freiheit und Liebe und geben der Fixsternschrift ihr Innenleben. Durch die Tore der Tierkreisbilder sprechen die Hierarchien, aus deren Worten alle Wesen der Erde entsprungen sind.
S.106f
Jürg Reinhard
aus «Geosophie-Erdwesenskunde»
a] siehe Mbl-B.60
b] vgl. R.Steiners Weltentsprossenes Wesen
https://wfgw.diemorgengab.at/zit/WfGWzit115600051.htm