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Zitatensammlung
Teil 2
Zitat von Eben ALEXANDER zu
WISSENSCHAFT und BEWUSSTSEIN
1 Doch als ich meinen physischen Körper [nahtodlich] hinter mir ließ, erlebte ich diese Fakten [der subatomaren Physik] unmittelbar, und ich kann mit voller Überzeugung sagen, dass ich, während ich im Übergangsbereich und im Zentrum war, tatsächlich »wissenschaftlich arbeitete«, auch wenn ich zu der Zeit den Begriff nicht einmal kannte. Es war eine Wissenschaft, die sich auf das wahrste und anspruchsvollste Werkzeug für die wissenschaftliche Forschung stützte, das uns zur Verfügung steht: das Bewusstsein selbst.
2 Je eingehender ich mich damit beschäftigte, desto mehr war ich davon überzeugt, dass meine Entdeckung nicht einfach nur interessant oder dramatisch war. Sie war wissenschaftlich. Je nachdem, mit wem man sich unterhält, ist Bewusstsein für die [natur]wissenschaftliche Forschung entweder das größte Rätsel oder absolut uninteressant. Erstaunlich ist, wie viele Wissenschaftler es für Letzteres halten. Für viele - vielleicht die meisten - Wissenschaftler ist Bewusstsein nichts, worüber man sich Gedanken machen müsste, weil es ihrer Ansicht nach nur ein Nebenprodukt körperlicher Prozesse ist. Viele Wissenschaftler gehen sogar noch weiter und sagen, Bewusstsein sei nicht nur ein zweitrangiges Problem, sondern nicht einmal real [a].
3 Viele Wortführer der neurowissenschaftlichen Bewusstseinsforschung und der Philosophie des Geistes würden jedoch um Differenzierung bitten. In den letzten paar Jahrzehnten haben sie begonnen, das »schwierige Problem des Bewusstseins« zu erkennen. Obwohl sich die Idee seit Jahrzehnten herauskristallisiert hatte, war es David Chalmers, der sie in seinem 1996 veröffentlichten, brillanten Buch The Conscious Mind formulierte. Das schwierige Problem betrifft die Existenz der bewussten Erfahrung und kann in folgenden Fragen zusammengefasst werden:
● Wie entsteht Bewusstsein durch die Funktionsweise des menschlichen Gehirns?
● In welcher Beziehung steht es zu dem Verhalten, mit dem es einhergeht?
● In welchem Verhältnis steht die wahrgenommene zur realen Welt?
4 Das von Chalmers definierte »schwierige Problem« ist so schwer zu lösen, dass manche Denker gesagt haben, die Antwort liege ganz und gar außerhalb dessen, was die »Wissenschaft« leisten kann. Doch dass es außerhalb der Grenzen der gegenwärtigen Wissenschaft liegt, schmälert das Phänomen des Bewusstseins in keiner Weise, sondern liefert vielmehr einen Hinweis auf seine unermesslich tief gehende Rolle im Universum.
5 Die Vorherrschaft der ausschließlich auf dem physischen Bereich basierenden wissenschaftlichen Methoden während der letzten vierhundert Jahre stellt ein großes Problem für uns dar. Wir haben den Kontakt zu dem tieferen Mysterium im Zentrum unserer Existenz verloren: unserem Bewusstsein. Es war (unter verschiedenen Namen und in Form von verschiedenen Weltbildern zum Ausdruck gebracht) in den vormodernen Religionen wohlbekannt und wurde von ihnen gehütet, ist jedoch in unserer säkularen westlichen Kultur in dem Maße verlorengegangen, in dem wir uns von der Macht der modernen Wissenschaft und Technik haben fesseln lassen.
6 Für all die Erfolge der westlichen Zivilisation [b] hat die Welt einen hohen Preis bezahlt, und zwar im Hinblick auf die wichtigste Komponente unserer Existenz: unsere menschliche Seele. [...] Unsere Konzentration auf den exponentiellen Fortschritt in Wissenschaft und Technologie hat vielen von uns relativ viel Lebenssinn und Freude geraubt und auch das Wissen darüber, wie unser Leben bis in alle Ewigkeit in den großen Plan der Existenz eingebunden ist.
7 Fragen zur Seele, zum Leben nach dem Tod, zur Reinkarnation, zu Gott und dem Himmel sind mit den Mitteln der konventionellen Wissenschaft schwer zu beantworten, was dann so gedeutet wurde, dass all das möglicherweise gar nicht [c] existiert. [...] Vor meinem Koma zweifelte ich vor allem deshalb an ihrer Richtigkeit, weil ich sie noch nie auf einer tieferen Ebene erfahren hatte und weil sie nicht ohne Weiteres mit meiner vereinfachenden [d] wissenschaflichen Sicht der Welt in Einklang gebracht werden konnten.
S.204ff
8 Wir wurden dazu verführt anzunehmen, dass sich die wissenschaftliche Weltsicht mit Riesenschritten auf eine Art Weltformel zubewegt, die erwähnte »Theorie von allem«[e], die, wie es scheint, nicht viel Raum für unsere Seele, den Geist, den Himmel oder Gott lässt. Meine Reise tief ins Koma - heraus aus dieser kleinen physischen Welt und hinein in die erhabenste Wohnstätte des allmächtigen [AUM] - offenbarte mir die unbeschreiblich große Kluft zwischen unserem menschlichen Wesen und dem Ehrfurcht einflößenden Reich Gottes.
9 Jeder von uns ist mit dem Bewusstsein besser vertraut als mit allem anderen, doch wenn es um wirkliches Verständnis geht, wissen wir sehr viel mehr über den Rest des Universums als über die Wirkungsweise des Bewusstseins. Es ist uns so nah, dass es sich fast immer unserem Verständnis entzieht. Es gibt nichts an der Physik der materiellen Welt (Quarks, Elektronen, Photonen, Atome etc.) und speziell an der komplizierten Struktur des Gehirns, was uns auch nur den kleinsten Hinweis auf die Wirkungsweise des Bewusstseins geben könnte.
10 Genau dieses tiefe Mysterium unserer bewussten Existenz ist eben der wichtigste Hinweis auf die Realität [a] des spirituellen Bereichs. Dies ist, wie sich gezeigt hat, eine zu rätselhafte Offenbarung, als dass Physiker oder Neurowissenschaftler damit umgehen könnten, und deshalb ist uns die enge Verbindung zwischen Bewusstsein und Quantenmechanik - und damit der physischen Realität - bisher verborgen geblieben.
S.207f
aus «Blick in die Ewigkeit»
a] vgl. »TzN Jän.2004«: Anm.b
b] vgl »TzN Nov.2003«
c] oder (noch bornierter) überhaupt nicht
d] reduktionistischen
e] Theory of Everything (TOE)