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Zitatensammlung
Teil 2
Zitate zur
KUNST
1 Überhaupt bildet ja nicht willkürliche Phantasie die Kunstwerke und am wenigsten die der Dichtung. Rückerinnern, Wiedererleben und Umwerten geistiger Welten, das Erkennen ihrer Vorbilder in den Nachbildern des Irdischen sind die Kräfte, aus denen geistige Wirklichkeitswerte geboren werden. [...] All dies Schaffen entspringt dem Heimweh nach einer geistigen Heimat, nach einem verlorenen Paradies - [...] Das ergibt nun diese Gemeinsamkeit alles geistigen Schaffens, mag es mehr oder weniger bewußt, mehr oder weniger verschieden in Artung und Form sein, ergibt auch das, worin der Nichtskönner und nur Kritisierende so häufig geistferne nur Anlehnung sieht.
Manfred Kyber
aus «Einführung in das Gesamtgebiet des Okkultismus»; S.34
2 Kein Künstler, Maler, Bildhauer, Komponist oder Dichter hat je eines seiner Weke oder auch sein Gesamtwerk als endgültig aufgefasst. Kaum legt der Maler den Pinsel nieder, drängt es ihn schon zum nächsten Bild. Macht aber nicht eben dies die Kunst für uns so interessant und anregend? Eben weil sie nie fertig ist. Sie regt uns zu eigenen inneren Bildern und Gedanken an, an die der Maler selbst bei der Konzeption und Ausführung seines Werkes vielleicht gar nicht gedacht hat. Wir dürfen sein Werk weiterdenken. Er würde wohl kaum sagen: „So wie ich es jetzt gestaltet habe, ist es endgültig. Dies ist mein endgültiges Werk. Ich kann jetzt in Rente gehen.” Sein Werk ist vielmehr Teil einer umfassenden Entwicklung, und das ist sein Verdienst, welches nicht dadurch geschmälert wird, dass andere Künstler ein gleichwertiges Verdienst haben.
Der Maler zum Beispiel oder der Schriftsteller „hört” die Fragen seiner Zeit und reagiert darauf mit seinem Werk. In diesem Sinne ist Kunst Weltanhörung. Jeder hört etwas anderes und jeder reagiert anders darauf.
Mathias Wais
aus «Ach Du liebe Anthroposophie»; S.46f