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Zitatensammlung
Teil 2
Zitat von Pierre TEILHARD DE CHARDIN zur
ENERGIE
DIE ENERGIE,[a] DIE DRITTE SEITE DER MATERIE.[b] Mit diesem Wort, das in psychologischem Sinn Anstrengung bedeutet, hat die Physik den präzisen Ausdruck für das Vermögen zu wirken, oder genauer einer wechselseitigen Einwirkung, in die Sprache eingeführt. Die Energie ist das Maß dessen, was im Lauf der Umwandlungen der Atome, von einem auf das andere übergeht. Also Bindungskraft; aber auch, weil das Atom im Laufe dieses Austausches sich zu bereichern oder zu erschöpfen scheint, konstituierender Wert.
Auf dem Boden der durch die radioaktiven Phänomene erneuerten Energietheorie können die materiellen Körperchen jetzt wie einstweilige Behälter [Kondensatoren] einer konzentrierten Kraft aufgefaßt werden. Die Energie, bisher noch niemals in reinem, sondern immer mehr oder weniger granuliertem [bzw. quantifiziertem] Zustand erfaßt (sogar im Licht!), stellt heute für die Wissenschaft die Grundform des Weltstoffes dar. Daher die instinktive Neigung unserer Einbildungskraft, sie als eine Art von uranfänglicher, gleichförmiger Strömung zu betrachten, und alles Gestaltete in unserer Welt als ihre flüchtigen «Wirbel». Bei dieser Anschauung fände das All seine Haltbarkeit und seine endgültige Einheit erst, wenn es am Ende seiner Zersetzung angelangt wäre. Es gewänne seinen Halt von unten her.
Gewiß müssen wir festhalten, was die Physik konstatiert und unwiderleglich errechnet hat. Doch befreunden wir uns nicht zu rasch mit der Erwartung eines energetischen Gleichgewichts als Endzustand, wie es diese Meinungen uns nahezulegen scheinen! Eine vollkommenere Beobachtung der Bewegungen des Alls wird uns allmählich zwingen, diese Betrachtungsweise umzukehren, das heißt zu entdecken, daß nichts anderes den Dingen Halt und Zusammenhalt gibt, als ihre Verflechtung von oben her.
aus «Der Mensch im Kosmos»; S.30f
E R G Ä N Z U N G
[...] Wenn man von feinstofflichen Kräften oder Energien spricht, wie es manche Menschen tun, die sich dabei für besonders sensitiv halten und wie es auch in zahlreichen esoterischen Strömungen geschieht, durch die man das Geistige als Fortsetzung des Materiellen annimmt, dann trägt man den Materialismus ins Geistige hinein. Das Geistige wird jedoch nicht nur als feinstoffliche Fortsetzung des Materiellen angenommen, sondern auch tatsächlich so [als irdische Projektionen] geschaut. Es machen sich also zunehmend geistige Erfahrungen in der Gestalt gewöhnlicher physischer Vorgänge geltend. [...]
Clemens Horvat
in »die Drei« 6/2020; S.49
a] Der Begriff wurde 1807 von Thomas Young in die Mechanik eingeführt; heute wird er mit dem Formelzeichen E und SI-Einheit J(oule)=m²·kg·s-² (Dimension L²·M·T-²) ausgedrückt. Nach der Relativitätstheorie verknüpft die Äquivalenz E=mc² Ruheenergie und Masse.
b] neben Vielheit und Einheitlichkeit