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Zitatensammlung
Teil 3: Lexikon
Orpheus
Orpheus Ὀρφεύς, der Sohn des thrakischen Flussgottes Oiagros (Οἰάγρος) und der Muse Kalliope (Καλλιόπη) ist als lyraspielender Dichter und Sänger bekannt, der Tiere und Pflanzen bezaubern kann.
Als seine geliebte Gattin Eurydike (Εὐρυδίκη) starb und dem Hades verfiel, wagte O. sich hinab und bewog die Unterweltsgötter durch ein betörendes Klagelied, seine Frau zu entlassen, allerdings mit der Auflage, sich nicht nach ihr umzusehen, ehe er wieder die Tageswelt betreten habe. Doch O. drehte sich auf den letzten Stufen sehnsuchtsvoll zweifelnd nach ihr um, und so entschwand sie ihm endgültig. Fortan streifte er einsam durch Wälder und Auen.
Später geriet er den Mänaden (αἱ μαινάδης), wilde, dem Gott Dyonissos (Διόνυσος) huldigende Weiber, in die Hände, die ihn zerrissen. Die Musen (Μοῦσας) bestatteten seinen geschundenen Leichnam. Sein weissagendes Haupt und die Leier sollen an die Insel Lesbos gespült worden sein, wo später die Dichterin Sappho lebte.
nach «Lexikon der Götter und Dämonen»
[...] Diese Erzählungen sind verlorengegangen und würden ohnehin in die Heldensage gehören, ebenso wie jene noch berühmtere Geschichte von Orpheus und seiner Wanderung im Totenreich. Er ging, um Eurydike, seine Gattin, mit Gesang zurückzugewinnen. Sie wurde ihm herausgegeben; nach einer Erzählung verlor er sie indessen wieder. Davon sind mehr Einzelheiten erhalten geblieben als von der Unterweltsfahrt des Sängers selbst oder von der Wanderung der Demeter, die hier müßte erzählt werden. [...]
aus KERÉNYI, K.: «Die Mythologie der Griechen»; S.239